''Straßenkampf'' um grüne Leopoldstadt

Praterstraße Begrünung
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100 von 169 Parkplätzen sollen bei Neubau der Prater­straße wegfallen.

 

Basierend auf einem Bürgerbeteiligungsverfahren präsentierte die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein Mittwoch das neue Konzept für die Praterstraße. „Wir schaffen damit einen Klima-Boulevard, ein pulsierendes Zentrum, ein Stück Klimahauptstadt für alle“, so Hebein zu den Plänen.

Anti-Motor-Offensive

In zwei Bauphasen, beginnend 2021, wird die Hauptverkehrsader durch den 2. Bezirk in eine begrünte, fußgänger- und fahrradfahrerfreundliche Strecke verwandelt. Dazu wird der Mittelstreifen zwischen den Fahrbahnen mit 80 Bäumen bepflanzt. Stadtauswärts wird eine Fahrspur für den motorisierten Verkehr wegfallen. Die damit verfügbar gewordene Fläche wird für verbreiterte Gehsteige und beidseitig ausgebaute Radwege verwendet. Vizebürgermeisterin Hebein bejubelt diese Umgestaltung: „Die neue Praterstraße zeigt, dass die Umverteilung unserer Straßen – hin zu den Menschen, weg von den Motoren – möglich ist.“

Kritik

Umgehend kommt scharfe Kritik von allen Seiten. Die SPÖ fühlt sich übergangen, da die Pläne vorab nicht gemeinsam besprochen wurden. Der Wiener VP-Verkehrssprecher Manfred Juraczka ist dagegen, dass die Prater­straße „eine ideologische Spielwiese der Grünen“ wird. FPÖ-Klubobmann Toni Mahdalik glaubt an andere Hintergründe: ­„Hebein sollte die Wiener nicht für dumm verkaufen und dazu stehen, worum es wirklich geht: Autofahrer sekkieren.“ Immerhin fallen 100 von 169 Parkplätzen weg.

erstellt am 17. September 2020, 00:07

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