Das rot-grüne und das rot-pinke Lager in der SPÖ

Christoph Wiederkehr (NEOS), Michael Ludwig (SPÖ) und Birgit Hebein (Grüne)
© APA/ROLAND SCHLAGER

In der Wiener SPÖ sind nicht alle von einer möglichen SPÖ-Neos-Koalition angetan.

Am Montag trafen sich erstmals Rot und Pink zu Sondierungsgesprächen in Wien. Diese mögliche Kon­stellation sorgt bei Teilen der Wiener Roten, die ­gemeinhin als „linkes“ Lager der Sozialdemokratie bezeichnet werden, für Sorgen. In einigen roten Bezirksorganisationen und Stadtratbüros würde man erneut eine rot-grüne Zusammenarbeit vorziehen. Ganz anders schaut das Bild in den Wiener Flächenbezirken aus – die dortigen Bezirkskaiser, die ohnehin nie Liebhaber einer Politehe mit den Grünen waren, würden es hin­gegen präferieren, wenn Michael Ludwig einen Pakt mit den Neos abschließen würde. Der Wiener Bürgermeister kommt aus den Flächenbezirken und galt stets als Großkoalitionär.

Neos von Teilen der 
Roten kritisch beäugt

Spannung. Für ihn dürfte entscheidend sein, wie stark sich die Bundes-Neos einbringen würden. Diese werden von weiteren Teilen der Roten zwar als „gesellschaftspolitisch uns nahestehend, aber viel zu neoliberal“ angesehen, wie es ein SPÖ-Funktionär ausdrückt. Der Reiz der Zusammenarbeit mit den Pinken – es wäre ein neues Modell und könnte als „Gegenmodell“ zum Bund verkauft werden – gilt da nicht als Argument. „Am Ende geht es ja um unsere Glaubwürdigkeit.“ Die wird freilich vom Koalitionspakt abhängen – egal, ob mit Grün oder Pink.

Isabelle Daniel

erstellt am 20. Oktober 2020, 23:36

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