Ludwig ruft zum letzten Gefecht ums Rote Wien

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© APA/HERBERT NEUBAUER

Die Wien-Wahl im Herbst wird zum Thriller: Wann das Rote Wien fällt.

"Wir stehen an der Kippe. Wenn die SPÖ unter 35 Prozent fällt, wo sie derzeit in den Umfragen liegt, ist der Bürgermeistersessel futsch", erklärt ein roter Stratege im ÖS-TERREICH-Gespräch.

Steigt durch ein SP-Minus die ÖVP auf deutlich über 20 Prozent, erreichen die Grünen deutlich über 15 Prozent und liegen sie klar vor der FPÖ, dann hätte die neue türkis-grüne Partnerschaft aus dem Bund in Wien gemeinsam mit den Neos, die "nur" bei rund zehn Prozent landen müssten, eine Bürgermeistermehrheit im Gemeinderat.

Sie wären gemeinsam so stark, dass sie die Neos-Vision vom "parteiunabhängigen Bürgermeister statt einem ewigen roten Stadtchef" umsetzen könnten.

Wann Ludwig "überlebt". Für seine Wiederwahl muss Ludwig also zunächst möglichst stark werden. Landet er bei rund 40 Prozent und scheitert eine Liste mit HC Strache an der Fünfprozenthürde, ist Ludwigs Wiederwahl praktisch fix, da sich dann realpolitisch keine Koalition gegen ihn ausgeht.

Wann es knapp wird. Bleibt er bei den rund 35 Prozent aus den derzeitigen Umfragen "picken", wird es extrem knapp. Türkis-Grün-Pink, die derzeit gemeinsam auf 47 Prozent kommen, könnten an der Mehrheit knapp vorbeischrammen und doch mithilfe von FPÖ oder Strache eine Mehrheit von 51 Mandaten schaffen.

Wann Ludwig fällt... Fällt Ludwig unter 35 Prozent, wird es eng für den SP-Bürgermeister. Im Normalfall wird er dann abgewählt.

... oder per FP-Coup überlebt. Spannend wird es nur, falls im ersten Wahlgang im Gemeinderat weder die "bunte Koalition" noch Ludwig die absolute Mehrheit haben. Denn im zweiten Wahlgang reicht laut Stadtverfassung die relative Mehrheit. Die hätte Ludwig, wenn er viele blaue Leihstimmen wie bei seiner ersten Bürgermeisterwahl erhält.

Pikant: Bei Stimmengleichstand entscheidet dann das Los. Josef Galley

erstellt am 05. Jänner 2020, 08:38

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