Ganz Wien soll jetzt eine 30er-Zone werden

Tempo 30 30er Zone
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Rathaus-FPÖ schäumt: „Reine Schikane für Wiener Autofahrer.“

Im Schnitt sterben jedes Jahr acht Kinder im Straßenverkehr. Drei davon zu Fuß. Rund 70 Kinder sind jedes Jahr in Wien auf dem Schulweg in Unfälle verwickelt. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) will darum flächendeckend „Tempo 30“ in Wien, um Kinder im Straßenverkehr besser zu schützen. Denn „ein Unfall bei 60 km/h endet so gut wie immer tödlich“, wie Klaus Robatsch, Leiter des Forschungsbereichs im KFV, sagt. Außerdem will das KFV höhere Strafen, wenn Kinder in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Laut Robatsch sind „Kinder in drei von vier Fällen nicht die Unfallverursacher“. Tempo 30 ist, laut Robatsch, „im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettend für Kinder“.

Ausnahmen

Hauptverkehrsrouten sollen nicht zur 30er-Zone werden. Der KFV-Experte spricht von Ring, Gürtel und Triester Straße, die ausgenommen bleiben sollen.

Der Vorstoß des KFV stößt auf knallharten Widerstand der Rathausopposition. Für FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik ist klar: „Eine flächendeckende 30er-Zone in Wien wäre nichts anderes als eine weitere Autofahrer-Schikane.“

Schulen

Nikolaus Authried vom ÖAMTC ist für eine flexible Lösung: „Wir sind für ein Modell, mit dem die Schweiz gute Erfahrungen gesammelt hat. Tempo 30 während der Schulzeiten, Tempo 50 außerhalb.“ Auch Manfred Juraczka, Verkehrssprecher der Wiener ÖVP, ist nicht begeistert von zusätzlichen 30er-Zonen. Wie Juraczka sagt: „Ich glaube, es ist wichtig, Kindern maximale Sicherheit zu bieten, aber Tempo 30 vor Schulen wirkt besser als großflächige Tempo-Limits, weil es ernster genommen wird.“ (kla)

Wien fördert Einbau von Abbiege-Assistenten


Gestern haben die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer eine neue Initiative zum flächendeckenden Einbau von Lkw-Abbiegeassistenten präsentiert. Die Stadt Wien will den Einbau der Assistenten mit einer Million Euro fördern, aber nur, wenn der Bund mitzieht.

Heute ist ein Sicherheitsgipfel bei Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ). Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou sagt dazu: „Für einen PR-Gag stehe ich nicht zur Verfügung. Der Minister sagt, er geht ergebnisoffen in den Gipfel. Ich dagegen gehe mit einem klaren Ziel in das Gespräch: die Nachrüstung sämtlicher Lkws.“

Druck

Weiteren Druck auf den Minister übt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) aus: „Wien rüstet jetzt seinen Fuhrpark mit Abbiege-Assistenten aus. Jetzt ist der Bund gefordert, eine österreichweite Lösung zu präsentieren.“

Verantwortung

Für Wirtschaftskammer-Chef Walter Ruck ist klar, dass „Unternehmer eine Verantwortung haben“. Darum begrüßt er den Vorstoß. Die Transport-Branche „kann die Kosten aber nicht allein tragen“. Ruck schätzt, dass die Nachrüstung der Wiener Lkws 10 Millionen Euro kostet.

erstellt am 18. Februar 2019, 22:22

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