Top-Banker wollte Fehler durch Mord vertuschen

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Weil sie das Versagen ihres Bankers aufdeckte und ihm drohte, musste eine Kundin sterben.

Wien. Sie hatte ihm ihr Vermögen anvertraut, er spekulierte damit. Als Emma Sch. aus Edlitz ihr Geld umschichten wollte, flog seine Pechsträhne auf. Die 86-Jährige machte ihrem vertrauten Bankberater schwere Vorwürfe, nachdem dieser 600.000 Euro in den Sand ­gesetzt hatte, drohte damit, ihn auffliegen zu lassen. Da verlor der 62-Jährige die Nerven: Im September schlug Peter I. zunächst mit einem prall gefüllten Sparstrumpf auf die alte Dame ein, wickelte ihr Gesicht in Frischhaltefolie und erstickte sie durch Zuhalten von Nase und Mund. Nach dem Mord warf sich der gescheiterte Banker auf seiner Flucht in Selbstmord-Absicht auf der Autobahn vor einen Lkw.

Verteidigung will auf Totschlag plädieren

Peter I. wurde schwer verletzt, doch er überlebte. Auf eine Krücke gestützt, betrat er am Dienstag den Sitzungssaal des Landesgerichts Wr. Neustadt, wo ihm die Geschworenen den Prozess machten. Der dreifache Familienvater legte ein umfassendes Geständnis ab, zeigte tiefe Reue.

Den Mordplan habe er schon zuvor gefasst, jedoch vor der Ausführung zurückgeschreckt. Seine Verteidiger Astrid Wagner und Wolfgang Blaschitz gehen dennoch von einer Tat im Affekt, von einem Totschlag aus. Das Urteil soll am 28. Juli fallen, es gilt die Unschuldsvermutung.

erstellt am 21. Juli 2020, 19:05

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