Neonazi-Skandal bei Corona-Demo

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© APA/GEORG HOCHMUTH

Der größte Protest bisher ­gegen die Corona-Maßnahmen sorgte für Aufregung.

Wien. Sie kamen mit Bussen sogar aus Bad Reichenhall in Deutschland! Alle, die die Corona-Maßnahmen beenden wollen, schienen sich in Wien zu versammeln. Die Polizei spricht von 10.000 Personen, die am Samstagnachmittag über den Ring ziehen. Darunter viel buntes Volk, Verkleidungen und Banner – aber fast keine Masken. Die Polizei berichtete danach, sie habe zahllose Anzeigen wegen Verstößen gegen die Covid-Maßnahmen erstattet.

Küssel an vorderster Front. Doch es waren eben nicht nur biedere Masken-Verweigerer unterwegs – sondern auch die Hautevolee des heimischen Rechtsextremismus: Martin Sellner, rechtsextremistischer Identitären-Chef, war bei der ersten Demo am Maria-Theresien-Platz zu sehen. Und vor allem der frühere Führer der neonazistischen „Vapo“ und nunmehrige „Querfront“-Aktivist Gottfried Küssel. Er marschierte – die Kapuze weit ins Gesicht gezogen – mit seinen Getreuen hinter einem gelben Plakat her. Mit drei Bussen sind sie aus Niederösterreich gekommen. Küssel ist übereinstimmenden Berichten zufolge wieder in der Nazi-Szene aktiv – bei Corona-Leugner-Demos ist er oft zu Gast.

fuhrich_FUR_2277.jpg Küssel trat mit seiner "Querfront" in Erscheinung.

Mehrere Gegendemonstranten festgenommen

Blockaden. Während die erste Demo am Maria-Theresien-Platz durchaus friedlich verlief, kam es beim Marsch um den Ring zu Tumulten. Linke „AntiFa“-Aktivisten versuchten den Zug immer wieder zu stoppen.  Beim Stubenring kam es zu Randalen, rechte Hooligans versuchten die Blockierer zu verprügeln – die Polizei musste beide Gruppen  trennen. Ein Fotograf wurde von Rechtsextremen attackiert und verletzt. Fazit: Fünf Festnahmen bei den Linken, weil sie die Blockade nicht auflösten – eine Festnahme erfolgte wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt.

neu2.jpg Blockade. Polizei führt linke Aktivisten ab.

Strache und FPÖler. Polit-„Prominenz“ war auch da: FP-General Michael Schnedlitz forderte am Heldenplatz: „Kurz muss weg.“ Und auch Schnedlitz’ früherer Parteifreund Heinz-Christian Strache war vor Ort. Mit Handschuhen, aber ohne Mund-Nasen-Schutz war er am Maria-Theresien-Platz. Das Wort ergreifen ließen sie ihn allerdings nicht.

neu.jpg Keine Maske: HC Strache beim Gespräch mit Demonstranten.

neu5.jpg Gegen den Kanzler. Auf Plakaten steht groß "Kurz muss weg".

neu3.jpg Foto, nein Danke! Demonstrantin mit Hut fordert Selbstbestimmung.

erstellt am 16. Jänner 2021, 18:58

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