Keine Spur von Juwelier-Killer

Juwelier-Mord
© APA/HELMUT FOHRINGER

Es ist wie verhext: Im Mord an dem Wiener Juwelier gibt es keinerlei Zeugen.

Wien. Das kleine Plakat vor dem Juweliergeschäft an der Landstraßer Hauptstraße verdeutlicht die ganze Verzweiflung der Ermittler im Mord an dem Schmuckhändler Berthold „Berti“ St. Händeringend suchen die Fahnder nach Zeugen für die bestialische Tat. Wie berichtet, ist der 74-jährige Geschäftsmann am Mittwoch in seinem kleinen Laden erstochen worden. Ein äußerst mysteriöses Verbrechen.

Eine schwangere Passantin hatte den blutüberströmten Berthold St. hinter der Scheibe seiner Auslage entdeckt. Er lebte noch, doch der Notarzt konnte den Schmuckhändler nicht mehr retten. Er war mit mehreren Stichen in den Hals getötet worden.

Seitdem jagt eine Tatversion die andere: Mal ist von drei Tätern die Rede, mal von einem Trio aus zwei Frauen und einem Mann. Zunächst hielten sich Gerüchte, wonach der 74-Jährige mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet worden sein soll. Letztendlich war bis zuletzt nicht einmal klar, ob es sich um einen Raubmord handelte, ob überhaupt irgendetwas aus dem Juwelierladen gestohlen wurde, oder ob hinter der Bluttat ein völlig anderes Motiv steckte. „Es war ein Racheakt“, sind Nachbarn von Berti St. überzeugt. Doch Rache wofür?

Gerüchte über Deal mit einer Russin

Andere wollen den agilen Geschäftsmann kurz vor der Tat mit drei Unbekannten beim Essen in einem Lokal gesehen haben. Tatsächlich war Berthold St. eine Stunde vor dem Mord beim Essen – mit einem guten Freund. Zuletzt war von einer russischen Geschäftspartnerin die Rede, die dem Juwelier einen Diamanten zum Kauf angeboten haben soll. Auch dieser Spur werden die Ermittler nachgehen.

Doch bislang tappen sie weitgehend im Dunkeln. Es gibt keine Zeugen, obwohl das Verbrechen in einer belebten Geschäftsstraße verübt wurde. Und auch noch keine Videos aus einer Überwachungskamera. Hinweise an das Wiener LKA unter 01/31310/33800.

erstellt am 17. Oktober 2020, 22:21

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