Fünffach-Mord in Kitz: Prozess des Jahres startet

Kitz-Killer Kitzbühel Fünffach-Mord Andreas E.
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Ein unbescholtener junger Mann löschte die Familie seiner Ex-Freundin aus.

Es ist der Prozess des Jahres: Im Schwurgerichtssaal in Innsbruck muss sich ab Mittwoch der inzwischen 26 Jahre alte Maurer Andreas E. wegen fünffachen Mordes verantworten.

Er soll im vergangenen September in Kitzbühel mit 16 Schüssen aus einer Walther PPQ seine Ex-Freundin Nadine (19), deren Eltern Andrea und Rupert H., ihren Bruder Kevin (26) und den neuen Freund Florian J. (24) getötet haben. Nach dem Blutbad hatte sich der Todesschütze bei der Polizei gestellt.

Sie planten eine 
gemeinsame Zukunft

Andreas E., ein „ganz normaler“ junger Mann, unbescholten, war zum Zeitpunkt der Tat nur leicht alkoholisiert. Wegen seiner Zuckerkrankheit trank er kaum. Gutachterin Adelheid Kastner hält ihn für zurechnungs­fähig, er selbst sucht keine Ausflüchte: „Einer wie ich hat lebenslänglich verdient“, sagte er in Gesprächen mit der renommierten Psychiaterin. Er hasst sich für die Tat, rational erklären kann er sie nicht. Niemand kann das wohl.

Ein Annäherungsversuch: Nadine und Andreas hatten sich abgöttisch geliebt, eine gemeinsame Zukunft schien ausgemachte Sache. Der Maurer zieht bei ihr im Elternhaus ein, die beiden bauen sich ihr eigenes Nest. Doch irgendwann wird es Nadine zu eng. Sie will raus, was erleben.

Und sie erlebt was: Sie lernt den Torwart des örtlichen Eishockeyklubs kennen, verliebt sich. Andreas ist zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezogen, kämpft aber weiter um seine „Mausi“, wie er Nadine nannte. Als er das hübsche Mädchen abends zufällig mit dem Neuen in einem Lokal trifft, hält er es nicht mehr aus. Stunden später will er sie zu Hause zur Rede stellen. Doch Nadines Vater wirft ihn raus. Auch Nadines Bruder, sein bester Spezl, beendet bei dieser Gelegenheit die Freundschaft. Und Na­dine selbst schreit ihn an: „Was willst du noch von mir, ich habe dich zweimal beschissen.“

Andreas E. fährt heim, holt sich die 9-mm-Pistole seines Bruders, dazu 50 Schuss Munition, ein Spring- und ein Klappmesser.

Opfer starben durch 
Kopf- und Herzschüsse

Zurück bei Nadines Elternhaus steigt er über den Balkon ein, erschießt nacheinander die Familie und den neuen Freund des Mädchens. Nadine tötet er mit zwei Kopfschüssen, Florian mit drei. Auch die anderen sterben nach Kopf- und Herzdurchschüssen. „Ich habe dabei die ganze Zeit geweint“, wird der Todesschütze später zu Protokoll geben.

Für Andreas E. gilt die Unschuldsvermutung, ihn erwartet lebenslange Haft. Er rechnet damit …

erstellt am 08. August 2020, 23:26

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