800 Tafeln für Grazer Straßen mit Nazi-Namen

Graz
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Nach Jahren des Streits kommen nun Hunderte Tafeln mit historisch korrekter Info.

Graz. Barbara Stelzl-Marx, Historikerin und frischgebackene Wissenschafterin des Jahres, bestätigte, dass das Projekt „Zusatztafeln für Grazer Straßennamen“ endlich am Start ist. Sie selbst saß auch in der Historikerkommission, die zwanzig höchst bedenkliche und in Summe 82 kritische Straßennamen in Graz erarbeitet hatte.

Problematische Namen kommen als Erstes dran

Information. Ganze 800 Tafeln sollen am Straßenende und Anfang einer historisch korrekte Information über Personen wie den Heimatdichter Ottokar Kernstock, der auch das Hakenkreuzlied verfasste, den Denunzianten Dr. Muck oder den Kriegstreiber Conrad von Hötzendorf liefern. Der Kampf vieler Grazer gegen Nazi-Namen an den Straßen ist alt und geht schon lange. Vor vier Jahren hat die Stadt nun die Historikerkommission rund um Stefan Karner und Barbara Stelzl-Marx vom Ludwig-Bolzmann-Institut eingesetzt. Die Zusatztafel-Lösung ist ein Kompromiss. Umbenennen ist ein Wespennest, in das sich kein Politiker gerne setzt. Schließlich ändert niemand gerne seine eigene Anschrift. Auf den grünen Tafeln mit weißer Infotafel wird eine Kurz-Bio der problematischen Person drauf sein.
Internet. Ausführlichere Infos werden im Netz zu finden sein. Begonnen wird mit den Problemfällen wie etwa „Kernstock“.

erstellt am 15. Jänner 2020, 12:37

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