Finanzpolizei macht illegales Araber-Hotel dicht

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© BMF

Der beschauliche Hof in Salzburg bot sogar einen Schlachthof an.

Finanzpolizei und Finanzamt haben bei einer Razzia Ende August im Salzburger Pongau einen illegalen Tourismusgroßbetrieb enttarnt. Ein Ehepaar soll auf ihrem Bauernhof ohne jegliche Genehmigung über Jahre vor allem arabische Gästen mit Halal-Fleisch und Spezialreis bewirtet haben. Zudem dürften acht Zimmer und Appartements mit insgesamt 30 Betten illegal vermietet worden sein.
 
Wie das Finanzministerium am Donnerstag auf seiner Homepage mitteilte, waren die Behörden durch eine anonyme Anzeige auf den Hof aufmerksam geworden. Aus ermittlungstaktischen Gründen habe man den Fall allerdings erst jetzt veröffentlicht, sagte ein Sprecher des Ministeriums zur APA.
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120 Araber

Bei der groß angelegten Kontrolle stießen die Beamten im Bereich des Bauernhofs auf etwa 120 arabischstämmige Gäste, die gerade frisch gegrilltes Schaffleisch, Fisch, Reis und Wild verzehrten. Die Urlauber - großteils Tagesgäste - hielten sich dabei im Freien auf Heurigentischen und Decken auf der Wiese auf, die von den Betreibern zur Verfügung gestellt wurden.
 
In einem Gatter stießen die Beamten auf rund 220 Stück Rotwild und im Gebäude auf einen Schlachtraum. Darin dürften während der Hochsaison wöchentlich an die 30 Tiere geschlachtet und verarbeitet worden sein. Darüber hinaus wurden in dem Betrieb mehrere eingefrorene bzw. gekühlte Tiere sowie mehr als eine Tonne einer bei arabischstämmigen Urlaubern offenbar beliebten Reissorte gefunden.
 

Großküche und Heurigentische

Das nicht bewilligte Gasthaus hatte eine Großküche, die sich über mehrere Räume erstreckte, und eine Gaststube mit 25 Sitzplätzen. Im Freien gab es 40 Sitzplätze an Heurigentischen und rund 15 Lagerplätze auf der Wiese. Das Betreiberehepaar beschäftigte insgesamt vier Personen - teils legal, teils illegal. Ein Mann, der zum Zeitpunkt der Razzia gerade Speisen servierte, flüchtete vor der Kontrolle in einen Wald.
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Die Unterkünfte am Hof wurden über eine Online-Vermittlungsplattform angeboten, die Speisekarten waren sowohl im Netz wie an Ort und Stelle in arabischer Sprache gehalten. Anhand der Gästebewertungen im Internet konnten die Kontrolleure feststellen, dass der illegale Betrieb seit rund drei Jahren bestand und sowohl im Sommer als auch Winter aktiv war.
 

Eigentümer amtsbekannt

Das Eigentümerpaar - ein 50-jähriger Mann und seine 46-jährige Frau - sind laut Finanzministerium amtsbekannt. Beide sollen sich bei der Kontrolle äußerst unkooperativ verhalten haben. Ihnen droht angesichts des Umfangs und der Dauer der illegalen Geschäfte nun eine Flut von Anzeigen, Strafen und Nachforderungen. So wurden weder Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Ortstaxe, Lohnsteuer, Dienstgeberbeiträge noch Kommunalsteuer abgeführt. Laut Finanzministerium könnte sich das Paar mit Zahlungen in der Höhe von mehreren hunderttausend Euro konfrontiert sehen.

erstellt am 07. November 2019, 14:43

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