Diese Prominenten kommen aus Salzburg

Stadt Salzburg
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Salzburg ist mehr als das musikalische Zentrum Österreichs.

Die Stadt Salzburg spielt in der Außenwahrnehmung Österreichs bei vielen ausländischen Gästen eine weniger wichtige Rolle als die Hauptstadt Wien. Doch spätestens mit der Betrachtung der berühmten Persönlichkeiten der Stadt wird klar, dass das kulturelle und wissenschaftliche Herz Österreichs in Salzburg schlägt. Gerade musikalisch und physikalisch würden ohne die Stadt wichtige Meilensteine fehlen.

Felix Baumgartner

In der jüngsten Vergangenheit stand Salzburg besonders wegen seiner sportlichen Leistungen im Fokus der Weltöffentlichkeit. Unterstützt durch den Getränke-Riesen Red Bull wurde der in Salzburg geborene Felix Baumgartner über mehrere Wochen hinweg zu einer der wichtigsten Personen des Medienrummels. Sein Training und der Versuch, die Grenzen des freien Falls zu überwinden zogen Millionen Menschen weltweit in ihren Bann. Felix Baumgartner war bereits vor seinem Stratosphärensprung als Extremsportler bekannt. Während seiner Zeit beim Heer wurde er Fallschirmspringer; eine Passion, die ihn zu Weltruhm verhelfen sollte. Seine ersten bedeutsamen Sprünge waren sogenannte Base-Jumps, bei denen er sich von hohen Gebäuden oder anderen Vorsprüngen in die Tiefe stürzte und auf dem Weg Richtung Erde den Fallschirm zog. Im April 1999 verkleidete sich Baumgartner mit Anzug und Krawatte als Geschäftsmann und verschaffte sich so Zutritt zu den Petronas Towers in Kuala Lumpur. Das Zwillings-Gebäude gehört aufgrund seiner Architektur zu den beeindruckendsten Hochhäusern der Welt. Baumgartner schaffte es, den Fallschirm in einem Aktenkoffer in das Gebäude zu transportieren. Der Rest ist lebendige Geschichte. Auf einem Fensterputz-Kran stürzte sich Baumgartner in die Tiefe und verschwand anschließend im dichten Verkehr der Millionenstadt.

Baumgartner

Foto: Felix Baumgartner (links) bei einer Shoperöffnung  © Artner

Der berühmteste Sprung der Weltgeschichte - mit Bezug zu Salzburg

Nach weiteren Sprüngen vom Arm der Christus-Statue oder von der Ostwand des Sass Pordoi folgte 2012 sein persönliches Meisterstück. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Getränke-Hersteller Red Bull markierte Baumgartner Salzburg wieder auf der Weltkarte. Sein scheinbar übermenschlicher Sprung aus der Stratosphäre der Erde wurde zu einem globalen Phänomen, dem sich kaum jemand entziehen konnte. Mehr als 200 Fernsehsender berichteten live und konnten gerade im deutschsprachigen Bereich neue Einschaltrekorde vorweisen. Baumgartner trainierte jahrelang auf den extremen Sprung hin, bei dem es fast zu einer Katastrophe gekommen wäre. Nach seinem stundenlangen Aufstieg in einem Heliumballon ließ sich Baumgartner gen Erde fallen. Dabei verlor er außerhalb der Atmosphäre kurzzeitig die Kontrolle über seinen Fall und geriet in eine schwere Kreisbewegung, die er erst einige Sekunden später wieder beheben konnte. Am Ende des Stratos-Projekts standen mehrere Bestmarken, die erst Jahre später wieder geknackt werden sollten. Die höchste bemannte Ballonfahrt gehört Baumgartner ebenso, wie die größte Geschwindigkeit im freien Fall und der größte Höhenunterschied. Trotz seiner im Anschluss sehr kontroversen Äußerungen in Interviews und seinem Buch, ist der Salzburger für die globale Bekanntheit der österreichischen Großstadt mitverantwortlich.

Christian Doppler

Auf einem anderen Gebiet sorgte Christian Andreas Doppler für weltweites Aufsehen. Der Physiker steht als Namensvetter und Entdecker für den sogenannten Doppler-Effekt, einem der wichtigsten Effekte in vielen Bereichen unseres Lebens. Doppler kam aus einer handwerklichen Familie. Sein Vater war Steinmetz und wollte ursprünglich, dass auch sein Sohn Christian in die Fußstapfen trat. Leider ließ die körperliche Verfassung Dopplers dies nicht zu; und so entschied er sich für ein Studium der Mathematik und Physik. Nach einigen Startschwierigkeiten bei Veröffentlichungen von Thesen, schaffte Christian Doppler im Jahr 1842 seinen persönlichen Durchbruch. Der Nachweis des Doppler-Effekts hinterließ einen nachhaltigen Einfluss in der Welt der Physik. Der Effekt besagt, dass sich ein Signal bei Annäherung an ein Objekt zeitlich staucht oder bei Entfernung dehnt. Der wohl bekannteste Fall dieses Effekts ist die Annäherung und Entfernung eines Einsatzwagens mit Martinhorns. Dopplers Ziel war es, durch den Effekt nachzuweisen, warum Doppelsterne unterschiedliche Farben aufweisen.

Salzburg wird dank Doppler zur wissenschaftlichen Hochburg

Seine Entdeckung hallt bis heute nach und findet in zahlreichen Gebieten Anwendung. In der Meteorologie findet man den Doppler-Effekt bei der Bestimmung der Drehbewegung von Tornados, die Polizei setzt den Doppler-Effekt bei Radarmessungen ein, um Geschwindigkeitsüberschreitungen festzustellen. In der Medizin nutzen Wissenschaftler den Effekt bei Ultraschall-Untersuchungen. Kurzum: Der von Christian Doppler gefundene Effekt wird in fast jedem Bereich des Lebens angewendet - und spülte Salzburg als wissenschaftliche Hochburg auf die Landkarte. Zu Ehren des Physikers wurde am Geburtshaus eine Gedenktafel angebracht, ebenso wird seit mehr als 40 Jahren der Christian-Doppler-Preis verliehen. Als besondere Ehre zum 150-jährigen Jubiläums des Doppler-Effekts gab die österreichische Post eine Sonder-Briefmarke heraus.

Ivo Donev - Vorreiter des analytischen Sports

Etwas unbekannter aber dennoch nicht weniger interessant ist die dritte Berühmtheit der Stadt Salzburg. Ivo Donev wird sicherlich nicht vielen Österreichern ein Begriff sein, doch es lohnt sich, auf den außergewöhnlichen Geist zu blicken. Donev wurde in Bulgarien geboren, siedelte jedoch schnell nach Österreich über. Schnell zeigte sich, dass Ivo Donev den analytischen Geist seines Vaters erbte, der in Bulgarien Schachmeister wurde. In Österreich kristallierte sich Donev als einer der führende Köpfe des Schachsports heraus, wurde sogar Nationaltrainer des österreichischen Jugendteams, das bei Weltmeisterschaften antrat. Doch sein eigentliches Spezialgebiet und der Hintergrund seiner Berühmtheit stellte sich erst jahre später heraus - das Pokerspiel.

Donev ist der einzige Pokerspieler Österreichs, der schon einmal das berühmte “Bracelet”, die ultimative Trophäe des Pokersports erringen konnte. Donev erreichte dies bereits im Jahr 2000, als er den Weltmeister-Titel in Las Vegas erspielte. Interessanterweise gab es zu dieser Zeit noch wesentlich geringere Preisgelder. Während heute bei jedem größere Turnier Millionen-Beträge ausgeschüttet werden, erhielt Donev neben dem Bracelet 85.000 Dollar. Zum Vergleich: Ben Affleck, Schauspieler, verlor bei einem Poker-Turnier mehr als 500.000 Dollar. Dennoch gelang es Donev, der erste Österreicher zu werden, der mittels Poker mehr als eine Million Euro erspielte. Bis heute ist Donev der zweiterfolgreichste Österreicher auf der World Tour und gewann Preisgelder in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro. Der Erfolg Ivo Donevs beruht auch auf seiner Zeit bei Inter Salzburg, als er als Schachspieler in der höchsten österreichischen Liga spielte.

Herbert von Karajan - Musikalische Größe der Moderne

Salzburg und Musik haben sich seit jeher über Wolfgang Amadeus Mozart definiert. Es gibt mit Herbert von Karajan eine zweite Persönlichkeit, die ebenfalls die musikalische Welt prägte. Karajan durchlief die Elite-Ausbildung der Salzburger Musik. Nach seiner pianistischen Ausbildung war er Schüler am Mozarteum, der berühmtesten Musikschule der Region. Interessanterweise konzentrierte sich das Wirken von Karajans nicht nur auf die Musik. Während seiner schulischen Ausbildung beschäftigte sich der spätere Star-Dirigent mit Thermodynamik und studierte sogar Maschinenbau. Doch seine Leidenschaft blieb die Musik. Seine Studiengänge Klavier und Musikwissenschaft bewiesen, wie die Orientierung des Musik-Liebhabers aussah. Mit 21 Jahren trat Herbert von Karajan erstmals im Orchester auf und wurde direkt zum “Probedirigat” am Ulmer Stadttheater eingeladen. Der Dirigent Herbert von Karajan betrat die Weltbühne.

Piano

Foto: Herbert von Karajan brachte Salzburg wieder auf die musikalische Landkarte. © pixabay

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von Karajan Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde und gleichzeitig Ehrenmitglied. Im Anschluss bespielte Herbert von Karajan die größten Musikbühnen der Welt. In der Mailänder Scala war er ebenso ein gern gesehener Gast, wie bei den Bayreuther Festspielen. Er wurde Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, künstlerischer Leiter der Wiener Staatsoper und eröffnete als Dirigent die Salzburger Festspiele. Eine der größten Ehren wurde von Karajan im Jahre 1985 zuteil, als er im Petersdom zu Rom vor Papst Johannes Paul II. auftrat und Mozarts Krönungsmesse dirigierte. Der Erfolg Herbert von Karajans lässt sich jedoch nicht nur anhand von Auftritten messen. Während seiner aktiven Zeit wurden Tonträger im Bereich von mehr als 300 Millionen Stück verkauft, an denen der Dirigent mitwirkte. Kurzum: Salzburg ist nicht nur durch Mozart eine der bedeutendsten Musikstädte der Welt, sondern auch durch das Wirken Herbert von Karajans, der einer der einflussreichsten Dirigenten der Neuzeit war.

erstellt am 13. Juni 2018, 10:05

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