Zweikampf um Wien

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Häupl-Tour in Simmering – Strache-Start in Favoriten

Favoriten/Simmering. Ab 16.30 Uhr versucht die FPÖ am traditionsreichsten Wahlkampf-Boden Wiens, am Favoritner Viktor-Adler-Markt, bewaffnet mit so mancher Dose Bier, Stimmung zu machen – es ist Wahlkampf-Auftakt. Als „Einheizerin“ Ursula Stenzel ihre Premiere als blaue Kandidatin in Favoriten feiert, ertönen erst „Wir wollen Strache sehen“-Rufe. Den Nerv im Arbeiterbezirk trifft sie nicht so ganz. Egal.

Strache kämpft um die Stimmen der Zornigen

Spätestens als HC Strache, eine rot-weiß-rote Fahne schwingend, die Bühne entert, ist alles andere vergessen. Tosender Applaus, wenn er über Asylmissbrauch schimpft, wenn er „Faymann und Häupl in Pension schicken“ will. Sogar als er wohl einige Fans direkt kritisiert – „Es geht nicht, dass manche mit Arbeitslosengeld und Pfusch mehr verdienen als die, die ordentlich arbeiten“ – brandet Applaus auf. „Der könnte das kleine Einmaleins aufsagen und die würden toben“, schüttelt einer der wenigen Strache-Kritiker am Markt den Kopf. Inzwischen hält selbst dieser Altlinke einen blauen Erdrutsch für möglich.

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Häupl will mit klarer Asyl-Haltung punkten

Simmering. Einer glaubt daran jedenfalls nicht: Michael Häupl ist wild entschlossen. Er sammelt zeitgleich in Simmering Sympathiepunkte, erklärt im direkten Gespräch, warum er „beim Asyl nicht anders kann, als zu helfen und nicht beim Sterben zuzuschauen“. Eine Botschaft, die am Kaiserebersdorfer Kirtag in Simmering – sogar für so manche eigene Genossen überraschend – tatsächlich ankam.

Spätestens jetzt ist klar: Noch nie hatten die Wiener die Wahl zwischen zwei so unterschiedlichen Kandidaten wie an diesem 11. Oktober.Josef Galley

erstellt am 05. September 2015, 08:47

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