Wien zeigt Herz 
und nimmt alle
 Kinder-Flüchtlinge

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© Tz Oe, Artner

150 Familien und alle Kinder sollen aus Traiskirchen nach Wien übersiedeln.

Wien/Traiskirchen. Nur einen Tag nach dem dramatischen Traiskirchen-Besuch der Staatsspitze reißt Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) der Geduldsfaden in der Asylpolitik – gegenüber ÖSTERREICH kündigt er einen Paukenschlag an.

Häupl: »Wir diskutieren nicht, Wien handelt«

„Ich kann nicht mehr länger zuschauen. Es ist der Bevölkerung und den Kriegsflüchtlingen nicht mehr länger zuzumuten, was da passiert. Wir diskutieren nicht in den immer häufiger werdenden Krisensitzungen, wir handeln“, erklärt der Bürgermeister. Er unterbreitet der Innenministerin ein neues Angebot, mit dem Hunderte Flüchtlinge nach Wien kommen können:

  • l Wien übernimmt alle unbegleiteten Kinder unter 14 Jahren aus Traiskirchen – im Quartier Erdberg gebe es ohnehin schon viele, man habe also Erfahrung damit.
  • l 150 unbegleitete Teenager können ebenfalls aus Traiskirchen nach Wien.
  • l Dazu nimmt Wien 150 Familien, die in Traiskirchen im Freien vegetieren, in ordentliche feste Quartiere auf.

Übernahme kann binnen einer Woche erledigt sein

„Wir können das sofort nächste Woche erledigen“, betonte Häupl. Die Unterbringung erfolge in „bewährter Form“ – Wien beweise, dass man dazu keine Zelte oder sonstige Notquartiere brauche.

Der Kritik von FPÖ-Chef HC Strache, dass Wien wegen ständiger Aufgriffe auf den Bahnhöfen den Asylnotstand erlebe, konterte die SPÖ-Stadträtin Sonja Wehsely so: „Wien betreut problemlos 10.000 Flüchtlinge. Da wegen einiger Hundert Personen wild herumzuschreien, ist reine Panikmache.“Josef Galley

erstellt am 20. August 2015, 19:25

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