SPÖ und ÖVP wollen weitermachen

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Wahlverlierer Voves plante trotz Rücktrittsankündigung, mit der ÖVP weiterzuregieren.

Wundenlecken nach dem Wahlhammer. Montag am späten Nachmittag traten die Parteivorstände von SPÖ und ÖVP in der Steiermark zusammen. Zu bereden gab es viel, hatten die beiden Parteien doch die größte Wahlniederlage aller Zeiten eingefahren. Zusammen verloren die Reformpartner Franz Voves und Hermann Schützenhöfer sage und schreibe 17,8 Prozentpunkte – die FPÖ wiederum legte 16,1 Punkte zu.

Abgestimmt. Voves hatte noch am Wahlabend seine Ankündigung zurückgenommen, bei einem Ergebnis unter 30 Prozent zurücktreten zu wollen. Jetzt gehe es nicht um die 0,8 Prozentpunkte, die ihm zum 30er fehlen – jetzt gehe es um das Land, die Zusammenarbeit müsse weitergehen.

Fortsetzung. Voves wollte seiner Partei die Fortsetzung der „Reformpartnerschaft“ vorschlagen (die Sitzung war zu Redaktionsschluss noch im Gange). Laut ÖSTERREICH-Recherchen war aber kein Widerstand zu erwarten. Umso mehr, als sich keine personelle Alternative abzeichnete. „Ohne Voves hätten wir noch mehr verloren“, so ein SP-Vorstand. Allerdings wollte keiner ausschließen, dass Voves in einem emotionalen Moment hinschmeißen werde.

Voves und Schützenhöfer hatten ihre Vorgangsweise noch am Wahlabend abgesprochen. Sie sind aneinandergekettet – fällt einer der beiden, reißt er den anderen mit. Klar ist auch: Beide werden nicht die volle Periode von 5 Jahren durchmachen, sondern in zwei bis drei Jahren Nachfolger aufbauen.

Poker. Die Verhandlungen werden aber kein Spaziergang: Gibt es doch in der ÖVP durchaus Stimmen, die den Landeshauptmannsessel mit Hilfe der FPÖ zurückerobern wollen. Allerdings müsste dafür Schützenhöfer abgelöst werden und danach sah es gestern nicht aus. Eine Bruchstelle sollte aber eingebaut werden: Die VP wollte auch mit der FPÖ ­reden.

erstellt am 01. Juni 2015, 23:39

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