So will Strache den Stadtchef "erpokern"

Strache
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Ab 36% könnte Strache unter Umständen und mit ÖVP-Hilfe Bürgermeister werden.

10 Tage bis zur Wien-Wahl und die Spannung ist kaum zu überbieten. Vor allem in der FPÖ rauchen längst die Köpfe, wie sich Strache zum Bürgermeister machen lassen kann – obwohl weder SPÖ noch Grüne und Neos ihn wählen wollen. Das Szenario könnte so aussehen:

  • ÖVP spielt mit: Als einziger Partner käme der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka infrage – dem werden zwar Verluste von rund vier Prozentpunkten vorausgesagt – ein attraktiver Stadtratsposten könnte ihm aber durchaus das politische Überleben für fünf weitere Jahre sichern.
  • Auf die Neos kommt’s an. Doch ginge sich eine Mehrheit zwischen FPÖ und ÖVP aus? Unter Umständen: Scheitern nämlich die pinken Neos knapp an der Wiener Fünf-Prozent-Hürde – kommen sie also zum Beispiel mit 4,8 Prozent nicht in den Gemeinderat –, würde die größte Partei profitieren. Rechnet man für die ÖVP ca. 10 Prozent und käme die FPÖ auf 35–36 %, dann wäre eine schwarz-blaue Mehrheit durchaus denkbar. Denn in Wien gilt: Die stärkste Partei kriegt noch ein paar Mandate dazu – dies gilt um so mehr bei einem knappen Neos-Scheitern.
  • Gegengeschäft mit OÖ: Der ÖVP könnte ein doppelter Anreiz winken: Bis zum 11. Oktober will sich Oberösterreichs ÖVP-Landeshauptmann Josef Pühringer auf keine Koalition festlegen – klappt’s in Wien, könnte die FPÖ der ÖVP in OÖ eine bequeme Mehrheit und sechs weitere Jahre ÖVP-Vormacht verschaffen. Und: Dass ein Bürgermeister Strache einen ÖVP-Chef Mitterlehner (nach einer Neuwahl) zum Kanzler machen könnte – diese Spekulationen gibt es ja schon lange.

(gü)

erstellt am 30. September 2015, 23:35

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