Schockierende Asylstudie "muss Folgen haben"

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Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat eine neue Studie veröffentlicht.

Wien. Unter dem Titel „Junge Menschen mit muslimischer Prägung in Wien", hat der Österreichische Integrationsfonds eine Studie veröffentlicht. 700 Jugendliche mit afghanischem, syrischem, tschetschenischem, kurdischem, türkischem und bosnischem Migrationshintergrund sowie ohne Migrationshintergrund in Wien wurden befragt. 

Zugehörigkeiten, Einstellungen und Abwertungen wurden befragt

Die 700 Jugendlichen wurden zu verschiedenen Themen befragt. Die vom Österreichischen Integrationsfonds in Auftrag gegebene Untersuchung hatte das Ziel, Erkenntnisse über Identifikation, demokratische Grundhaltungen sowie abwertende und gewaltlegitimierende Einstellungen bei Jugendlichen zu gewinnen.

Antidemokratische Grundhaltungen von Familie

Die Ergebnisse der Befragung ist erschreckend. Muslimische Jugendliche haben Probleme mit demokratischen Werten. Die Untersuchung zeigt, dass die familiäre Sozialisierung und das soziale Umfeld genauso wie die aktuelle psychische Verfassung und starke Orientierung am Islam Einfluss auf demokratieablehnende sowie abwertende Grundhaltungen haben. Afghanische, tschetschenische und syrische Jugendliche kommen häufiger aus Familie, die von festen Traditionen und an strengere Regeln und Rollenbilder ausgerichtet sind.

Prägungen aus Herkunftsland

Von entscheidender Bedeutung sind auch die verschiedenen Prägungen aus den Herkunftsländern. Autoritäre Prägungen aus dem Herkunftsland der Eltern haben einen indirekten Einfluss auf die Einstellungen der befragten Jugendlichen. Je länger die Aufenthaltsdauer jedoch, desto geringer sind die abwertende und antidemokratische Grundhaltungen.

Gewalt als Thema

Viele von den 700 Befragten gaben an, Gewalt innerhalb der eigenen Familie erlebt zu haben. Am häufigsten gaben afghanische Jugendliche diese Antwort an. Auch bei der Legitimität von Gewalt, sind vor allem die afghanischen Jugendlichen an der Spitze, die erachten, das Gewalt ein legitimes Mittel zur Herstellung von Respekt und Ehre ist. Ein Großteil der befragten jungen Menschen lehnt Gewalt jedoch ab.

Je stärker die Orientierung am Islam, desto negativer die Einstellung zu Demokratie

Die Religion spielt bei muslimischen Jugendlichen eine größere Rolle als bei "Nicht-Muslim/innen". Jugendliche aus Afghanistan (72%) sowie aus Syrien und Tschetschenien (je 69%) weisen die stärkste Orientierung am Islam. Für viele steht das Gesetz des Islam über den Gesetzen Österreichs. Ein religiöser Gelehrter soll dabei an der Spitze des Staates stehen.  Die Aussage: "Je stärker die Orientierung am Islam, desto negativer die Einstellung zu Demokratie", trifft hier ganz klar zu.

Verbreiteter Antisemitismus

Religiös konnotierter Antisemitismus in der Form, dass Israel als Feind der Muslim/innen gesehen wird, zeigt sich bei zwei Dritteln der Afghan/innen, vier von zehn syrischen und türkischen Jugendlichen sowie jedem dritten Jugendlichen mit tschetschenischem und bosnischem Migrationshintergrund.

Traditionelles Rollenbild und Homophobie

Vier von zehn befragten Jugendlichen mit türkischem und tschetschenischen Migrationshintergrund sowie mehr als die Hälfte der jungen Syrer/innen und Afghan/innen lehnen Homosexualität ab. Das Verhältnis von Mann und Frau wird vielfach in traditionellen Rollenbildern gesehen. Für viele hat noch immer der Mann das Sagen und nur der Mann. Peinlich ist für viele Befragte, wenn der Mann weniger als die Frau verdient.

Unter den befragten Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind Abwertungen gegenüber Muslim/innen am häufigsten verbreitet.

FPÖ: Falsche Menschen ins Land gelassen

Die FPÖ ist von der Studie ziemlich entsetzt. FPÖ-Obmann Norbert Hofer sagt dazu:„Diese Ergebnisse sind schockierend und zeigen, dass wir in den letzten Jahren die falschen Menschen zu uns ins Land gelassen haben. Es ist daher das höchste Gebot, die Grenzen vor dem drohenden nächsten Flüchtlingsansturm dicht zu machen“. Klubobmann Herbert Kickl ergänzt: „Bevor wir Unsummen an Geld verschwenden, um diesen Menschen unsere Werte näherzubringen, was ohnedies selten gelingt, sollte in diesen Gruppen, die ja fast ausschließlich über Asylverfahren in Österreich gelandet sind, schnellstens die weitere Berechtigung zum Aufenthalt überprüft werden. In Tschetschenien herrsche schon lange kein Krieg mehr, auch in weiten Teilen von Afghanistan und Syrien gebe es keinerlei Kampfhandlungen mehr. „Ich sehe daher nicht ein, warum immer noch Syrer und Afghanen in hohen Prozentsätzen Asyl oder subsidiären Schutz zuerkannt bekommen. Und ich fordere das Innenministerium auf, bei den genannten Nationalitäten – also Syrer, Afghanen und Russen tschetschenischer Abstammung ­– organisiert und im großen Stil Überprüfungen der bereits gewährten Schutztitel einzuleiten“.

erstellt am 02. Dezember 2019, 14:22

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