Rebhandl stellt FP ins extrem rechte Eck

Strache Svazek
© APA/FRANZ NEUMAYR

Schon wieder ein Einzelfall: Rassismus-Vorwurf gegen FPÖ-Kandidat Rebhandl.

Im Vorfeld zur Salzburger Landtagswahl am 22. April holt den Listensechsten der FPÖ, Reinhard Rebhandl, die Vergangenheit ein. Der Vize- Bezirksobmann streifte mehrmals an der rechten Szene an, sagt aber selbst, dass er sich schon in jungen Jahren davon distanziert habe.

Montag machte das Mauthausen Komitee in ­einer Aussendung darauf aufmerksam, dass Rebhandl 2010 als Obmann des ÖTB-Turnvereins Golling eine Turnfahne mit der Aufschrift „Rassereinheit“ gezeigt habe.

Parteichefin Marlene Svazek stellt sich erneut hinter Rebhandl: „Die beim Jubiläum präsente Fahne stand in keinster Weise in Verwendung und wurde ausschließlich zum Zwecke der Traditionspflege beim 100-Jahr-Jubiläum als Teil der Geschichte des Vereines für das Totengedenken verwendet. Die Fahne steht auch heute nicht in Verwendung.“

Svazek selbst holte Rebhandl, Mitglied der schlagenden Burschenschaft Gothia Salzburg, Mitte Februar bei der Listen-Vorstellung ganz bewusst aufs Podium. Sie wollte damit zeigen, dass die Burschenschaften in Salzburg nicht das Sagen hätten, es aber auch keine „Menschenjagd“ auf sie geben dürfe.

Der Name Rebhandl ist in Salzburg kein unbekannter. Denn der Vater des jetzigen Landtags­kandidaten, Friedrich ­Rebhandl, war Mitglied der Waffen-SS und Salzburger Landesleiter der Nationaldemokratischen Partei (NDP), die 1988 verboten wurde. Rebhandl stand wegen NS-Wieder­betätigung vor Gericht.

Als Erstes wurde ein Nachruf bekannt, den Reinhard Rebhandl im „Volkstreuen“ 2006 auf den Vater publiziert hatte. Darin wird die Verurteilung des Vaters wegen Wiederbetätigung wörtlich als „politische Verfolgung“ bezeichnet.

Dann soll der FPÖ-Kandidat 1983 beim Begräbnis von Oberst Hans-Ulrich Rudel (dem höchstdekorierten NS-Fliegersoldaten) und ein Jahr später beim Bundesparteitag der NDP einen Zapfenstreich mit der Trompete gespielt haben. Rebhandl selbst sagt, er habe sich glaubwürdig distanziert. Alle Angriffe auf ihn seien höchst unfair. Willy Mernyi vom Mauthausen Komitee Österreich meint dazu: „Die FPÖ kommt nicht aus dem rechten Sumpf heraus.“

erstellt am 20. März 2018, 10:00

Postings 0 Kommentare ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Mehr zum Thema

Diese Website verwendet Cookies

Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.