Elefanten-Runde zur Linz-Wahl

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© APA/RUBRA

ÖSTERREICH nahm die Bürgermeisterkandidaten ins Gebet.

Was ist gegen den Stauwahnsinn in der Landeshauptstadt zu tun? Was soll mit der Eisenbahnbrücke passieren? Wie sollen die maroden Stadtfinanzen saniert werden? Wer ist schuld am Swap-Desaster? Was brennt den Linzern wirklich unter den Nägeln?

All diese Fragen und noch mehr wurden am Mittwoch in der Linzer Tabakfabrik geklärt. Der amtierende Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und die Kandidaten Bernhard Baier (ÖVP), Eva Schobesberger (Grüne), Detlef Wimmer (FPÖ), Lorenz Potocnik (Neos), Jürgen Zeller (Die Linke) und Claus Wiesinger (Piratenpartei) stellten sich den Fragen von Redaktionsleiterin Jessica Hirthe und des Publikums.

Der große Live-Ticker hier zum Nachlesen!

o 21:30
Das wars

Hirthe:

Danke für die anregende Diskussion, für das spürbare Interesse an den Themen, die Linz bewegen - es bleibt mir deshalb nur zu sagen: Streichen Sie sich den 27. September an und gehen sie zur Wahl.

o 21:25

Luger:

„Es wird beim Brückenthema stets der Eindruck verbreitet, es wären wütende Modernisierer am Werk. Klar, die Eisenbahnbrücke emotionalisiert und polarisiert. Wenn es also einen anderen Weg gegeben hätte, wie eine Verbreiterung, eine Verstärkung durch einen neuen Zubau, dann wäre ich den gegangen. Aber die Experten winkten alle ab.

Und dennoch werden die fragwürdigsten Argumentationen präsentiert:

So wird immer behauptet, die Sanierung kostet 40 Mio., der Neubau 60 Mio. Zwei sollen billiger sein als eine? Machen wir dann bei einer dritten Brücke sogar Gewinn? Das ist doch absurd.

Dazu kommt eine weitere Milchmädchenrechnung:

Die alte Brücke sei noch drei Jahre benutzbar, bis dahin ist die Neue fertig und man kann die alte Brücke sanieren und stehenlassen.

Wieso aber haben die ÖBB dann beschlossen, Ende Oktober keine Züge mehr darüber fahren lassen?

Und bauen für teures Geld eine neue Werkstätte, um nicht mehr drüber fahren zu müssen?

Ich bin mir sicher, die Eisenbahnbrücke ist sehr nahe am Ende angelangt.

Derzeit wird bereits alle zwei Monate wird entschieden, ob sie überhaupt noch nutzbar ist.

Ich weiß für mich jedenfalls, was ich mit den 40 Mio. statt einer Sanierung lieber für diese Stadt tun kann und deshalb bin ich bei der Volksbefragung für Variante A.“

o 21:17

Schobesberger:

„Klar hängt mein Herz ein Stück weit an dieser Brücke. Deshalb haben wir prüfen lassen, ob es kostentechnisch Sinn macht, sie für Fuß- und Radweg zu erhalten. Aber wie die Untersuchungen deutlich ergaben: Nicht die Traglast, sondern die gesamte Stahlkonstruktion ist das Problem. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo es kein Zurück gibt, weil sich nie einer um den alten Bau gekümmert hat. Im Gegenteil: Ursprünglich war sie eine reine Eisenbahnbrücke, wurde dann aber auch noch zusätzlich für Autoverkehr genutzt und ausgenutzt.

Alle Gutachten sagen: Bei aller Sanierung ist keine sichere dauerhafte Nutzung zu garantieren. Also ist die einzige Lösung eine neue Brücke.“

o 21:06
Eisenbahnbrücke - abreissen oder sanieren?

Eisenbahnbrücke - Abreißen oder sanieren?

Potocnik:

„Die Zweibrückenlösung sieht so aus: Die Brücke zu sanieren kostet 22 Mio., 38 Mio. die zweite neue Brücke. Die andere Variante mit Abriss der alten und Bau der neuen Brücke kostet 60 Mio. plus 3 Mio. für die Abbrucharbeiten – und dazu kommen drei Jahre ohne Brücke, das heißt Dauerstau.“

Baier:

„Warum sind wir für Erhalt der Bahnbrücke: Weil für uns die Brücke ein Wahrzeichen, Industriedenkmal ist. Das ist emotional. Das Zweite ist das Verkehrsargument: Wir brauchen diese Donauquerung wie einen Bissen Brot. Bei einem Abriss wären mit einem Schlag 10 % mehr Autos allein auf der Nibelungenbrücke. Sogar die Rettungsdienste sagen, sie können nicht ausschließen, dass ohne Eisenbahnbrücke die Rettungskette in Gefahr kommt. Es bricht ohne die Eisenbahnbrücke das totale Stauchaos aus.“

Wimmer:

„Es ist ein rot-grüner-Schildbürgerstreich: Zuerst einen Architektenwettbewerb für eine neue Brücke ausschreiben und beschließen, dann aber die Linzer fragen, ob sie es so haben wollen, wie es nun gerade teuer geplant worden ist oder doch ganz anders.“

o 20:51

Wo hakt es beim Wohnbau?

Potocnik:

„Linz ist geprägt von Monokultur, die Grüne Mitte ist künftiges Ghetto. Der institutionelle Wohnbau, der blockiert ist von Auflagen und Vorgaben, muss aufgebrochen werden. Günstige und individuelle, vielfältige Wohnungen. Große Siedlungen wie Hafen oder Kaserne Ebelsberg müssen künftig durchmischt sein, so bunt wie die Gesellschaft. WGs für Senioren, Singlewohnungen, Raum für Familien und zwar nicht getrennt sondern als gemeinsamer Lebensraum.“

Luger:

„Gemeinnützige Gesellschaften bauen keine Ghettos. Viele neue Stadtteile wurden schlecht gemacht. Wie viele Familien mit Kindern bereits in der Grünen Mitte wohnen – und diese Menschen wirken nicht gezwungen, sondern erfreut. Wohnungen mit hängenden Gärten, mit 13.000 Quadratmeter Park in der Mitte – wenn das nicht Wohnen in der Stadt mit Lebensqualität ist, dann weiß ich nicht mehr, was Lebensqualität sein soll.“

Baier:

„Wir planen nur punktuell, einzelne Großprojekte, aber nicht in größeren Zusammenhängen. Wir brauchen wieder einen Stadtbaudirektor. Bei der Kaserne Ebelsberg können wir beweisen: nicht mehr verdichteter Hochbau mit zehn Stockwerken, sondern Abwechslung, Miete und Eigentum – einfach Ausbau zur Familienstadt: Als Angebot für Familien, die auch aus der Stadt rausziehen wollen. Viele wollen nach Linz, aber viele auch raus.

Ich sage: Die Kaserne Ebelsberg soll eine Familiencity werden.

Schobesberger:

„Nicht mehr einzelne Projekte abarbeiten, sondern es soll zusammenlaufen in einem Gremium, das alles im übergreifenden Blick hat. Die Solarcity ist da ein positives Beispiel.“

o 20:39
Unruhe kommt bei der Wortmeldung des FPÖ-Spitzenkandidaten auf

Detlef Wimmer (FPÖ)

ergreift an dieser Stelle das Wort. Seine Replik auf die Frage nach den Herausforderungen des Arbeitsmarktes mündet im Spiel mit AMS-Zahlen:

„So wäre die Arbeitslosigkeit bei Inländern um 16 %, bei Ausländern um 30 % gestiegen. Die Antwort darauf sein nicht rot-grüne uneingeschränkte Zuwanderung und rosa Brille, sondern deutliche Grenzen setzen, Grenzen für Menschen, die hierherkommen, weil sie glauben, hier gut leben zu können….“

An dieser Stelle regt sich lauter Widerstand im Publikum, bis Jessica Hirthe Wimmer das Wort entzieht, „weil die übliche blaue Hetze und unreflektierte Parolen hier nicht gewünscht sind“.

Es folgt tosender Applaus.

o 20:26

Asyl:

Eva Schobesberger:

„Herr Luger, ich stimme Ihnen zu: Keiner will eine verzopfte Stadt. Doch das hat nicht nur etwas mit dem Wirtschaftsstandort zu tun, das geht noch viel weiter. Doch genau da gilt es jetzt zu handeln: Bei uns suchen gerade zahllose Menschen Hilfe, weil sie geflohen sind. Und genau da ist es an der Zeit, dass sich die Stadt endlich positioniert. Derzeit leben sie in Turnhallen von Schulen, zu 70. Und da kann keiner behaupten, dass das menschenwürdige Unterkunft ist.

Jetzt müssen sie zum Ferienende ausziehen. Und es kommen zahllose Anfragen von Linzern, die helfen wollen, die etwas tun wollen, auch weiterhin. Es gibt eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft, und da muss eine Stadt ein Zeichen setzen, vorangehen. Wir brauchen eine Stelle in der Stadt, die hier koordiniert. Es geht aktuell um 300 Menschen, das ist als Stadt zu schaffen.

Wir haben eine Notsituation und jetzt geht’s ums Helfen. Wir haben genug Leerstände. Ich wünsche mir von Ihnen als Bürgermeister, sich zu positionieren: Für ein Klima, in dem wir Zusammenhalten, in dem Hass kein Raum hat, Spalten an den Rand schieben. Es ist Zeit, dass alle einen Beitrag schaffen, der menschenwürdig und bejahend ist.“

o 20:19

- Was kann man als Stadt gegen die Arbeitslosigkeit machen oder ist man als Kommunalpolitiker hilflos:

Luger:

„Wir haben derzeit die brisante Situation, dass wir immer mehr Arbeitsplätze haben, aber zugleich auch immer mehr Arbeitslose. Das liegt erstens daran, dass viele, die in OÖ ihren Job verloren haben, in den Zentralraum kommen. Zweitens ziehen die jungen Leute aus dem Umland in den Zentralraum auf der Suche nach Arbeit. Wir sind hier de facto überfordert, das passende Angebot zu bieten

Wir als Kommunalpolitiker können nicht so einfach und locker Arbeit schaffen, aber wir können die Rahmenbedingungen gestalten. Und das bedeutet: Keine verzopfte Stadt, sondern Vielfalt, Freiheit für Gestaltungsmöglichkeiten, Raum für mehr junge Unternehmen.“

Baier:

„Wenn Ihnen Wirtschaftspolitik so am Herzen liegt, frage ich mich, wieso sie sie in der Magistratsreform so stiefmütterlich behandelt haben. Aber ich nehme Sie beim Wort: wenn Ihnen die Wirtschaft so wichtig ist, dann entwickeln wir hier etwas in der nächsten Periode, nämlich eine Standortagentur für den Wirtschaftsstandort Linz. Wir haben weniger Gründer als Graz, hinken auch in der Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen bei Betriebsflächen nach. Steyr – nicht gerade unser größtes Vorbild – hat eine Powerregion, ein Zusammenschluss mit sieben anderen Gemeinden.

Die Lage am Arbeitsmarkt ist unbestritten kritisch: Wir haben flankierende Unterstützung für Arbeitslose beantragt, die zur Wiedereingliederung führen sollen. Doch bis heute will der Finanzreferent dafür keine Gelder bereitstellen. Rufen Sie ihn zur Ordnung, Herr Luger.

Potocnik:

„Unternehmergeist, Entbürokratisierung, Startups - da bin ich ganz Ihrer Meinung, Herr Luger.

Aber was machen Sie genau dafür, Herr Luger? Der Hafen als aktuellstes Beispiel böte das Umfeld für einen kreativen Raum, aber Ihre Antworten auf diese Chance sind wie die Grüne Mitte – 800 gleiche Wohnungen für 800 unterschiedlichste Bedürfnisse. Es ist wie immer: am Reißbrett entworfen, nach Schema F umgesetzt.“

Luger:

„Das beste Beispiel ist doch die Tabakfabrik: Wir haben nicht darauf gewartet, dass sich große Konzerne einmieten und haben dann hohe Mieten kassiert, sondern wir haben ein Areal für kreative junge Startups geschaffen.

o 20:13

Herr Baier, Sie haben Bereitschaft signalisiert, sogar die Stadtwache einzusparen…

Baier:

„Klar muss man über alles reden und das werden wir auch. Denn man ist nicht bereit, die Truppe so aufzustellen, dass sie wirksam ist. Man hat sie politisch sabotiert. Angesichts dieser Lage bin ich dafür, ihn abzuschaffen. Denn einen Ordnungsdienst am Leben halten, der nichts leistet, ineffizient ist dann ist er abzuschaffen.“

Wimmer, als Sicherheitsstadtrat für den Ordnungsdienst zuständig, wiegelt ab:

„Das ist Wahlkampfgetöse. Aber es stimmt, dass der Ordnungsdienst zu kurz gehalten wird - was irgendwann auf Kosten eines Kindes gehen könnte, das vielleicht von einem Hund gebissen werden könnte, weil er nicht angeleint war.“ Die 200.000 Euro Strafen, die der Ordnungsdienst als Parksheriffs-Truppe einkassiert hat, ist für Wimmer Legitimation genug.

Schobesberger:

„Der Ordnungsdienst ist ein zahnloser Tiger. Für ein Instrumentarium, das nichts auswirkt, außer Schmuck für den zu sein, der ihn unbedingt wollte, über eine Million auszugeben, ist nicht zu vertreten.“

20:05 Uhr:

Mittlerweile ist die Zahl der Gäste auf über 400 angestiegen.

Ab jetzt kommen die Fragen an die Spitzenkandidaten aus dem Publikum:

- Ordnungsdienst: Warum, Herr Luger, schaffen Sie ihn nicht zusammen mit Grün mit Mehrheit ab?

Luger:

„Als Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion habe ich 2009 zugestimmt, dass der Ordnungsdienst für eine Periode eingerichtet wird, bis 2015. Nach der Wahl wird man sehen, wie es damit weitergeht. Mache davor sicher keine Ankündigung, ich führe Gespräche, aber erst wenn die Wähler entscheiden haben.“

Baier:

„Ich will nochmals betonen: ich bekenne mich zum Ordnungsdienst, aber er muss reformiert und aufgewertet werden. Denn so wie es bisher läuft, wird er politisch sabotiert. Er wurde eingerichtet, behindert ihn aber an allen Ecken und Enden. Bis heute werden ihm einige Kompetenzen, die er rechtlich haben könnte, vorenthalten. Also entweder reformiert man das, wenn nicht, dann soll man nicht krampfhaft an ihm festhalten. Wenn es keine Mehrheit gibt für die ordentliche Einrichtung, dann soll man sich auch nicht darüber hinwegsetzen. Aber dann muss man auch den Mut haben, auch vor der Wahl Aussagen zu treffen, Sie sind doch auch sonst so mutig, Herr Luger. Schwindeln sie sich nicht weiter daran vorbei, beziehen Sie endlich Position, Herr Luger!

o 20:06

Klaus Luger meldet sich nochmals für eine Replik zu Wort:

Luger:

„Die ÖVP war bei allem, was in dieser Stadt beschlossen wurde - außer dem Kredit für die Stadionsanierung - im Boot. Genauso wie die FPÖ, die mit Ausnahme des Musiktheaters alle Kreditaufnahmen mitgetragen hat. Die Grünen waren außer bei der Ebelsberger- und Westumfahrung sowie dem Hauptbahnhofumbau auch überall dabei. Und das nervt. Niemand hat bei den Kreditaufnahmen gesagt, nein, das bauen wir nicht. Wenn es aber konkret wird beim Sparen, dann sind sie alle wieder weg. Und das macht es als Bürgermeister schwer, für eine ausgewogene Sparpolitik zu sorgen.

o 20:02

Claus Wiesinger:

Korruption, Fahrlässigkeit, aber vor allem mangelnde Kontrolle und Transparenz haben uns in diese Lage gebracht. Der Ausweg kann nur mehr Beteiligung, mehr Transparenz sein.

Wenn wir in den Gemeinderat kommen, hat es sich "ausgeswapt".

o 20:00

Eva Schobesberger:

„Die Stadt braucht Kontrolle, ein Stadtrechnungshof wäre ein dringender Schritt.

Und dann ist mit der Abschaffung des Ordnungsdienstes einfach und schnell viel Geld eingespart. Ebenso leicht umsetzbar: Die Weihnachtsbeleuchtung von den Geschäftsleuten tragen zu lassen, wie in anderen Städten auch üblich.

Auch die Finanzströme zwischen Stadt und ihren Unternehmen sind genau zu durchleuchten,

genauso wie Verträge, die einfach seit Jahren ohne zu hinterfragen erfüllt werden.

Bei den Magistratsbediensteten aber wurde genug gespart, die Mitarbeiter sind am Limit. Das Sparpotential im Magistrat, Herr Luger, das sehe ich nicht.“

o 19:58

Lorenz Potocnik:

Die maroden Finanzen sollen die, die es verbockt haben, jetzt in Ordnung bringen? Die Stadt gehört unter Kuratel.

o 19:56

Wimmer, als Sicherheitsstadtrat für den Ordnungsdienst zuständig wiegelt ab: Wahlkampfgetöse. Aber stimmt zu, dass Ordnungsdienst zu kurz gehalten wird: "Was irgendwann auf Kosten eines Kindes geht, dass vlt von einem Hund gebissen wird, weil er nicht angeleint war."

Die 200.000 Euro Strafen, die der Ordnungsdienst als Parksheriffs-Truppe einkassiert hat, ist für Wimmer Legitimation genug.

o 19:52

Baier:

Linz hatte 2004 354 Mio. Schulden, dann wurde begonnen, in die Unternehmen auszulagern, insgesamt liegen wir heute somit sogar bei 1,4 Milliarden Euro. Zugleich aber ist das Vermögen gesunken; Unser Rezept lautet: Keine neuen Schulden, Altschuldenberg abbauen, das Versilbern des Vermögens nicht zum Stopfen der Löcher, sondern für Investitionen verwenden.

o 19:47

Ex-Bürgermeister Dobusch warb stets mit der "sozialen Musterstadt", Sie, Herr Luger, nun mit Linz als "Lebensstadt" - können wir uns sozial nicht mehr leisten?

Luger:

Linz hat derzeit 700 Mio. Schulden. Ja, wir waren wiederholt Abgangsgemeinde.

Es ist ungesund, was wir an Finanzen geerbt haben. Ich rede die Finanzsituation nicht schön. Aber wir haben auch Werte geschaffen. Und alle Parteien in dieser Stadt haben in den vergangenen zehn Jahren die Ausgaben mitgeschlossen und das war auch gut so: Investiert in Kultur, Öffis, Pflegeheime, Straßen. Aber diese Kindesweglegung auf politischer Ebene, dass immer die SPÖ schuld sei, das kritisiere ich. Zu jeder Kreditaufnahme hat es stets eine Zweidrittelmehrheit gebraucht.

Jetzt gilt es, zu konsolidieren, um die künftigen Investitionen zu schultern. Wir haben Einsparungspotentiale und die werden wir auch weiter nutzen. Würde uns aber das Land nicht so ungerecht und schlecht behandeln und belasten, uns mit überzogenen Abgaben die Luft abdrehen, dann hätten wir jetzt sogar einen Überschuss.

o 19:40

Die Linke, Jürgen Zeller:

„Großer Bedarf, im Sozialbereich Ungleichgewicht auszubügeln.“

o 19:39

Piratenpartei, Claus Wiesinger:

„Ich bin jung, das brächte frischen Wind. Natürlich bin ich ein Polit-Quereinsteiger. Aber die Piratenpartei mit ihrer technischen Affinität bietet die Chance, die Bürger intensiv in Entscheidungen einzubinden.“

o 19:36

Detlef Wimmer (FPÖ): "So kann es nicht weiter gehen. Linz wird unter seinem Wert geschlagen. Stauchaos, Wohnungsnot, FPÖ, Detlef Wimmer:

„So kann es nicht weiter gehen. Linz läuft derzeit unter seinem Wert. Es geht um Stauchaos, Wohnungsnot, Gerechtigkeit, ein friedliches Zusammenleben. Und wir sind mutig, das anzupacken.“

o 19:33

Neos, Lorenz Potocnik:

„Ich liebe diese Stadt. Mit mir bekommt Linz einen Bürgermeister, der sich mit all seinem Wissen und Knowhow ins Zeug schmeißen wird, nur und allein für die Linzer, wir sind eine Bürgerbewegung ohne Verhaberung. Es gibt so viel ungenütztes Potential in dieser Stadt, das brach liegt, es wird viel gepfuscht. Damit muss Schluss sein.“

o 19:33

ÖVP, Bernhard Baier:

„Ja ich trete an, weil für mich nicht Machterhalt an erster Stelle steht, sondern das Kämpfen um die besten Lösungen. Es geht nur darum, ob eine Idee gut ist, es ist egal, woher sie kommt. Wir wollen besser wirtschaften und die unzufriedene Verkehrssituation, das Stauchaos zu bekämpfen. Ziel ist es, Linz staufrei zu machen.“

o 19:30

Grüne, Eva Schobesberger:

„Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, dass es auch auf dieser Ebene grüne Werte braucht. Es braucht wieder einen Stil, bei dem die Menschen im Vordergrund stehen und damit eben die Themen Bildung, Umwelt, Öffis, also mehr Lebensqualität im Mittelpunkt stehen. Es sind klare und ganz konkrete Positionen zwingend, weil es mehr denn je um den Zusammenhalt in der Gesellschaft geht.

o 19:28

Titelverteidiger Klaus Luger tritt als erstes in den Ring:

„Ich habe nicht vor, zu argumentieren, warum ich der Beste bin, das werden die Linzer entscheiden.

Warum ich auch nach zwei Jahren ein guter Bürgermeister bin: Weil wir das angegangen haben, was ansteht: Stärkung des Wirtschaftsstandortes, Budgetkonsolidierung, soziales Netz erhalten und dabei Investitionen auch für die Zukunft sichern.

Linz ist eine Stadt der Vielfalt, eine offene Stadt, humanistische Stadt - und dafür können wir mit der sozialdemokratischen Partei einen Beitrag leisten.“

o 19:23

„Heiße, aber faire Diskussionen soll es heute Abend geben, aber im Zentrum stehen vor allem auf die Fragen des Publikums, dafür sind wir ja hier“.

Und die Voraussetzungen sind gut, diese Wahl wird garantiert nicht unspannender als 2003:

……

Es folgt die Vorstellung der Kandidaten und dann der Auftakt. Statt langer Reden ist nun Schlagfertigkeit gefragt:

Jeder der Anwärter hat eine Minute Zeit, zu begründen, warum er der beste Bürgermeister für die Landeshauptstadt wäre.

o 19:13
Es geht los

Redaktionsleiterin Jessica Hirthe bittet die Vertreter der Parteien aufs Podium.

Links von ihr nehmen Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP), FPÖ-Stadtrat Detlef Wimmer und Jürgen Zeller von der Linken Platz. Zur Rechten finden sich SPÖ-Stadtchef Klaus Luger, Grünen-Kandidatin Eva Schobesberger, Neos-Herausforderer Lorenz Potocnik und der Vertreter der Piratenpartei, Claus Wiesinger Platz.

o 19:03

Noch immer strömen Menschen hinein, weitere Stuhlreihen müssen aufgestellt werden. Rund 300 Leute füllen bereits den Raum. Die Stimmung ist gelöst, es wird eifrig diskutiert

o 18:55

Kurz vor Beginn ist der Raum bereits bis auf den letzten Platz gefüllt, rund 200 Linzer und Linzerinnen fiebern dem Beginn entgegegen.

o 18:53
Erste Impressionen

ele.jpg (c) Hirthe

o 18:45
Diskussionen im Vorfeld

Zu verfolgen auch unter dem Hashtag #oesterreichtalk

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung gingen auf der Ankündigungsseite im Internet die Wogen hoch. Die Reizhemen, die dort eifrigst diskutiert wurden, reichten von der Zukunft des Linzer Wahrzeichens, der Eisenbahnbrücke, über die maroden Stadtfinanzen bis hin

Auch die Performance von Bürgermeister Klaus Luger SPÖ), der seit zwei Jahren in Amt ist, war Kritik ausgesetzt. Zu wenig Bürgernähe wurde ihm attestiert, Lugers ÖVP-Gegner Bernhard Baier dagegen "Farblosigkeit" sowie Unwillen zu sachpolitischer Zusammenarbeit. "Wer bezahlt die endlose Plakatflut der ÖVP-Linz" - auch diese Frage tauchte wiederholt auf. Und mit dem Thema Geld war auch unweigerlich der desaströse Swap-Deal Thema, der mit rund 500 Mio. Euro Minus drohend über der Stadt schwebt.

20 Minuten vor Beginn ist der Raum bereits bis auf den letzten Platz gefüllt, rund 200 Linzer und Linzerinnen fiebern dem Beginn entgegen.

erstellt am 02. September 2015, 16:21

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