Asyl-Mörder: Jetzt auch zweites Opfer verstorben

Jamal A. Wullowitz Amoklauf
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Der 32-jährige Betreuer erlag am Freitag seinen Verletzungen.

Die Messerattacken von Wullowitz (Bezirk Freistadt) haben ein zweites Todesopfer gefordert: Der Flüchtlingsbetreuer, der am Montag in einer Asylunterkunft in dem Grenzort in Oberösterreich niedergestochen worden war, ist verstorben. Das teilte die Polizei am Freitag unter Berufung auf das Kepler Uniklinikum mit.
 
Ein 33-jähriger Asylwerber aus Afghanistan war auf den 32-jährigen Betreuer mit einem Messer losgegangen. Danach flüchtete er zunächst mit einem Fahrrad, ehe er unweit der Flüchtlingsunterkunft einen 63-jährigen Landwirt, dessen Auto er anschließend zur Flucht benutzte, in dessen Garage erstochen haben soll.
 

Wullowitz

Afghane fühlte sich in seiner "Ehre gekränkt"

Das Motiv für die Messerattacken am Montag in Wullowitz liegt ÖSTERREICH jetzt vor: Demnach gab es offenbar Probleme bei der Absprache der Dienstzeiten im Altstoffsammelzentrum, wo sich der Flüchtling um 5 Euro die Stunde ein Zubrot verdiente. Er hatte die Schicht eines anderen übernommen, ohne der Gemeinde Bescheid zu geben. Deshalb stand David H. (der den anderen Flüchtling betreut) Montagfrüh vor der Tür von Jamal A., um ihn deswegen zur Rede zu stellen. Und um ihm zu sagen, dass so etwas zum letzten Mal vorgekommen sei. Dann fuhr der Rotkreuz-Mitarbeiter weg.

Nach eigener Aussage fühlte sich der Afghane durch die Zurechtweisung in seiner Ehre gekränkt, worauf er mit dem Rad zur Flüchtlingsunterkunft fuhr, um noch einmal mit David H. zu reden. Das Gespräch im Stiegenhaus des Asylheims, das diese Woche noch geschlossen wird, lief sofort aus dem Ruder. Mit einem mitgebrachten aufgeklappten Messer stach Jamal A. auf sein Gegenüber ein. „Ich wollte ihn nur erschrecken“, beteuert der Zuwanderer. Doch dem Betreuer wurde durch die Hiebe sowohl das Herz wie auch die Lunge durchstoßen. Sein Zustand ist nach wie vor lebensbedrohend.

Wullowitz Amoklauf

Anschließend radelte der Afghane davon und genehmigte sich einen Joint. Daraufhin suchte er ein Auto. Den Rettungswagen von David G. konnte er nicht in Betrieb nehmen, weil kein Schlüssel steckte. In der offen stehenden Garage eines nahen Bauernhofs sah er Franz G., der gerade sein Auto absperrte. „Schlüssel her“, forderte Jamal A. Doch der Senior dachte nicht daran und rief um Hilfe und nach der Polizei. Wieder wollte der Afghane sein Opfer angeblich nur „erschrecken“ – und tötete ihn mit bis zu sechs Messerstichen.

Jamal A. Wullowitz Amoklauf

Bei Flucht mit Auto in 
Feld hängen geblieben

Bei der Flucht vom Mühlviertel nach Linz blieb der Verdächtige, für den die Unschuldsvermutung gilt, mit dem Citroën des Mordopfers in einem Feld hängen. Zum Glück war sein Zorn verraucht oder er hatte noch einen Joint geraucht: Jedenfalls tat er einer 18-Jährigen, die zufällig des Weges kam und die offenbar nicht wusste, dass eine Alarmfahndung im Gange war, nichts an. Das Mädchen organisierte per Handy sogar ihre Eltern, die zur Unfallstelle kamen und mithalfen, den Wagen wieder auf die Straße zu schieben. Auch sie hatten von der Suche nach einem Schwerverbrecher keine Ahnung. Jamal A. bedankte sich noch und fuhr weiter. Weil er mit seiner Frau telefonierte und das Handy dafür aufdrehte, wurde er schließlich geortet und in Linz verhaftet. 

40 Leute bei Identitären-Mahnwache

Auf mäßig Resonanz ist Donnerstagabend in Leopoldschlag (Bezirk Freistadt) die Mahnwache der Identitären anlässlich der Messerattacken eines Asylwerbers im Ortsteil Wullowitz mit einem Toten und einem lebensgefährlich Verletzten gestoßen. Die Polizei bezeichnete rund 30-minütige Kundgebung von "40 Personen" als "unspektakulär". Identitären-Chef Martin Sellner hielt ein kurze Ansprache.
 
Schon im Voraus hatte die Gemeinde auf ihrer Homepage auch im Namen der Angehörigen des Getöteten dazu aufgerufen, nicht zu der Veranstaltung zu kommen. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) appellierte ebenso, fernzubleiben und warnte vor einem Missbrauch der Geschehnisse vom Montag.
 
Ein 33-jähriger Afghane soll in einer Flüchtlingsunterkunft in Wullowitz wegen eines Streits über einen Job auf einen 32-jährigen Betreuer eingestochen haben. Auf der Flucht hat er laut Ermittlungen in einer Garage den 63-jährigen Landwirt erstochen, um an dessen Auto zu gelangen. Mit diesem flüchtete er nach Linz, wo er von der Polizei am späten Abend gefasst wurden. Am Mittwoch wurde über den Mann die U-Haft verhängt.
 

erstellt am 18. Oktober 2019, 14:08

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