'Killer-Hund' schnappte schon einmal zu

Hund Bundesheer
© Bundesheer

Die neuen Erkenntnisse des dramatischen Vorfalls in der Kaserne Flugfeld werfen immer mehr Fragen auf.

Was bisher nicht bekannt war: Das Opfer Dominik R. (31) war an jenem 13. November bereits ab 15.15 Uhr in der Kaserne, sein eigener Hund war im Auto; ab 18 Uhr erreichte ihn niemand mehr. So auch der Besitzer der Malinois, die nach den Todesbissen frei am Areal der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt herumliefen. Bei zwei Rundgängen fiel niemandem etwas auf, erst um 0.45 Uhr sah der Offizier vom Tag die Hunde und musste sich gemeinsam mit einem Wachsoldaten im Wachlokal einschließen. Erst DANACH traf ein Hundeführer ein, der die Streuner mit Schweinsohren beruhigen konnte. Und erst DANACH wurde die Leiche von R. vor dem offenen Alu-Tor vor den Zwingern entdeckt.

Welpe hätte gar nicht auf dem Gelände sein dürfen

Der Tote war von den Hunden regelrecht zerfleischt worden. Das Opfer hatte auch Bisse am Oberkörper und Hals, Muskeln und Gewebe waren teils abgenagt, einige Wunden waren R. erst post mortem zugefügt worden.

Dann stellte sich auch noch heraus, dass das Gelände zu den Zwingern möglicherweise unsachgemäß nur durch Bauzäune abgesichert ist und der jüngere der beiden Hunde, der 7 Monate alte Welpe, gar nicht hier hätte sein dürfen. Er war als dienstuntauglich eingeschätzt worden und nur noch der Privathund des zuständigen Hundeführers.

Erich Gemeiner: „Es hätte eines schriftlichen Ansuchens bedurft, dass der Welpe sich überhaupt im Zwinger aufhielt.“ Laut Bundesheer hätte es deswegen bereits disziplinäre Maßnahmen gegeben.

Erich Gemeiner Anwalt der Hinterbliebenen Erich Gemeiner.

Hund fiel bereits im Februar Hundeführer an

Der ältere Hund soll des Weiteren im Februar einen anderen Hundeführer beim Auslauf ohne Grund in den Oberarm und beide Beine gezwickt haben – eine Aussage, die der Mann in einer zweiten Einvernahme plötzlich als harmlos revidierte. Opfervertreter Gemeiner verlangt jetzt mehrere Sachverständigengutachten, damit lückenlos dokumentiert wird, wer die grob fahrlässige Tötung des Oberwachtmeisters zu verantworten hat. (kor)

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Gnadenfrist für die beiden "Killler-Hunde" verlängert

Bei den zwei „Killer-Hunden“ handelt es sich um einen zweijährigen fast fertig ausgebildeten Spürhund sowie um einen 7 Monate alten Welpen. Beide Hunde gehören laut Bundesheer einem Kameraden des Opfers. Wer von den beiden der „Haupttäter“ war oder ob beide zubissen, kann erst eine DNA-Untersuchung zeigen – die auch vom Opfervertreter eingefordert wird.

Nach der furchtbaren Attacke in der Flugfeld-Kaserne kamen die beiden Malinois abgesondert und von zwei Trainern betreut in Quarantäne. Dort wurde auch eine amtstierärztliche Beschau der Hunde vorgenommen, wobei der Befund auf Tollwut negativ war. Wie Oberst Michael Bauer gegenüber ÖSTERREICH bestätigte, bleiben die Tiere weiter in Quarantäne – und zwar so lange, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind.

erstellt am 25. November 2019, 17:28

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