So raffiniert war Millionen-Coup in Banken

So raffiniert war Millionen-Coup in Banken | 25 Mio. Euro Beute aus 68 Schließfächern
© LPD

Wie IT-Profis haben die Safe-Marder die Filialen über Wochen technisch ausspioniert.

Neue Details zum Millionencoup aus den Schließfächern von drei Banken zeigen, wie raffiniert die Diebe vorgegangen sind. Die zumindest sechsköpfige Bande hat die Filialen Mödling, Klosterneuburg und Wien-Döbling ausbaldowert und technisch manipuliert, um schließlich in einer konzertierten Aktion zuzuschlagen. Die Diebe „knackten“ 68 Schließfächer teils gewaltsam, sollen zwischen 20 und 25 Millionen Euro erbeutet haben. Seitdem fehlt von dem Sextett jede Spur.

Während sich Wien dazu nicht durchringen konnte, hat die Staatsanwaltschaft Korneuburg am Freitag die Veröffentlichung eines weiteren ­Täterfotos angeordnet. Es soll ein Bandenmitglied während des Coups in der Raiffeisen-Filiale in Döbling zeigen.

Wie die Ermittler jetzt wissen, haben die Täter das Zutrittssystem in die Banken manipuliert. Per Skimming-Attacken fischten sie die benötigten Daten ab, konnten so Fälschungen von Zutrittskarten anfertigen.

In den Bankfoyers hatte die Bande offenbar kleine Kamera-Systeme installiert, die von den Mitarbeitern nicht bemerkt wurden. Diese Kameras filmten Kunden bei der Bedienung ihrer Schließfächer. Festgehalten wurden dabei auch die PIN-Codes.

Die Kripo prüft Parallelen zu vergleichbaren Coups in Norddeutschland. Auch eine Hacker-Attacke auf ein schwedisches Unternehmen für Sicherheitssysteme wird untersucht. Ob es einen ­Zusammenhang gibt, ist noch unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

erstellt am 28. November 2020, 01:33

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