Kein Wasser, kaum Luft: 43 Flüchtlinge in Lkw fast erstickt

Flüchtlinge Bruck an der Leitha
© Kontrollinspektor Heinz Holub BA

Bis zu 8.000 Euro zahlten die illegal Geschleusten an skrupellose Schlepper.

Die Szenerie erinnerte fatal an das Flüchtlingsdrama von Parndorf. Damals erstickten 71 Personen in einem Kühl-Laster. Diesmal haben skrupellose Schlepper in den Lkw 43 Flüchtlinge gepfercht, darunter auch sechs Kleinkinder. In einem Teil des Lasters befanden sich Papierkartonrollen. Sie waren so aufeinandergestapelt, dass beim Öffnen der hinteren Ladebordwand der Blick ins Innere versperrt war. Im Kühlaufbau des Anhängers war eine Falltür, eine Art Luke, die in den Fahrzeugboden geschnitten war.

51-jähriger Schlepper wurde verhaftet

Bei Bruck an der Leitha musste der Lenker stoppen, ein 51-jähriger, in Rumänien lebender Türke. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige Flüchtlinge ohnmächtig, ein junger Mann war völlig kollabiert. Die Flüchtlinge (Syrer, Iraker und Türken) versuchten sich selbst zu befreien, was letztlich gelang. Polizisten haben 38 Flüchtlinge aufgegriffen, die anderen waren geflüchtet. Auch der Lenker konnte verhaftet werden.

Flüchtlinge Bruck an der Leitha

Kein Wasser, keine Luft, ohnmächtig im Laster

Die Flüchtlinge erzählten, dass sie von der Türkei nach Rumänien gekommen sind. Dort wurden sie in einem heruntergekommenen Haus eingepfercht und letztlich in den Lkw gesteckt. Der fuhr via Ungarn nach Österreich, die Flüchtlinge waren hinter den Papierrollen versteckt. Zwischen 6.000 und 8.000 Euro hatten sie pro Kopf an ihre Schlepper bezahlt.

erstellt am 17. September 2020, 00:50

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