Zypern wählt Präsidenten

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Konservativer Anastasiades Favorit. Euro-Land wandelt am Abgrund des Staatsbankrotts.

Vor dem Hintergrund eines drohenden Staatsbankrotts wählen die Zyprioten einen neuen Staatspräsidenten. Am Sonntag in der Früh öffneten die Wahllokale. Als Favorit gilt der konservative Politiker Nikos Anastasiades (66). Er soll nach Umfragen mehr als 40 Prozent der Stimmen bekommen. Demoskopen schließen einen Sieg von Anastasiades schon in der ersten Runde nicht aus.

Zwei Gegenkandidaten liefern sich nach Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in eine mögliche Stichwahl. Es sind der linke Politiker Stavros Malas und der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas. Sie kommen in Umfragen jeweils auf rund 20 Prozent. Sollte im ersten Durchgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, findet am 24. Februar eine Stichwahl statt.

Die Wahllokale sollen um 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ) schließen. Mit aussagekräftigen Hochrechnungen aufgrund von ausgezählten Stimmen wird gegen 18.30 MEZ gerechnet. Wahlberechtigt sind rund 545.000 Zyprioten.

Hauptaufgabe des neuen Präsidenten wird es sein, dem infolge der griechischen Finanznöte ebenfalls in Schwierigkeiten geratenen Inselstaat Finanzhilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu sichern. Die Staatskassen des Euro-Landes werden nach offiziellen Angaben Ende März leer sein. In die Bredouille gebracht haben Zypern vor allem in Folge der Griechenland-Krise stark gestiegenen Zinsen für Staatsschulden sowie seine marode Wirtschaft. Diese leidet zudem unter einer extremen Exportschwäche. Haupthandelspartner ist Griechenland.

Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und hat 2008 den Euro eingeführt. Das EU-Recht gilt vorerst jedoch nur im Süden der Insel im östlichen Mittelmeer. Denn im seit 1974 von der türkischen Armee besetzte Norden liegt die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern.

Präsident Zyperns war bisher als einziges kommunistisches Staatsoberhaupt in der Europäischen Unionals Demetris Christofias. Er tritt nich wieder an. Als Grund dafür, dass er kein weiteres Mal für eine fünfjährige Amtszeit kandidiert, nannte er die festgefahrenen Verhandlungen zwischen griechischen und türkischen Zyprioten ber eine Wiedervereinigung des Landes.

erstellt am 17. Februar 2013, 06:02

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