Zwei Superstars in "Don Carlo"

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Festspiel-Highlight mit Jonas Kaufmann und Thomas Hampson: „Don Carlo“.

Götterdämmerung-Dimensionen hat der fünfstündige Don Carlo in der Regie Peter Steins, des großen Schlachtenlenkers des deutschen Theaters. Verdis geniale Vertonung von Schillers Politthriller und Familiendrama in der fünfaktigen italienischen Fassung besticht in Steins ästhetizistischer, klassizistischer Inszenierung durch perfekte Personenführung und geometrisch choreografierte Soloszenen und Tableaus.

Bei Hampson bleibt 
kein Auge trocken
Unter der soliden Leitung Antonio Pappanos begeistert der bayerische Heldentenor Jonas Kaufmann mit der pochenden Erregung und Legato-Kultur seines Gesangs als stürmischer, spanischer Infant, der am Verlust seiner Braut Elisabeth zugrunde geht. Sein baritonal gefärbter, ein wenig verschleierter Tenor verfügt über enorme Kraftreserven, eine hinreißende Intensität und ein zartes, fast gehauchtes Piano.
Wunderbar. US-Beau Thomas Hampson, noch immer ein wunderbar lyrischer Bariton mit hellem, in kostbaren Farben schillerndem Timbre überzeugt als edler Marquis Posa. Als er im vierten Akt von der Inquisition erschossen wird, bleibt kein Auge trocken.

Tolle Schauspielerin und Sängerin
Ergreifend. Die deutsch-griechische Sopranistin Anja Harteros schließlich ist eine hochdramatische, ergreifende, herrliche Elisabeth. Harteros ist nicht nur bildschön – groß, schlank, mit langen schwarzen Haaren und ausdrucksvollen, dunklen Augen – sie ist auch eine tolle Schauspielerin und Sängerin mit schöner Höhe und fast verschwebend leisen Tönen. –Großer Jubel bereits vor der Pause.

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erstellt am 13. August 2013, 20:15

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