Votiv-Flüchtlinge: Abschiebung gestartet

Votiv-Flüchtlinge: Abschiebung gestartet © APA
Votiv-Flüchtlinge: Abschiebung gestartet © TZ ÖSTERREICH
Votiv-Flüchtlinge: Abschiebung gestartet © APA

Trotz Protesten und einer Demonstration: Am Montag wurde die Abschiebung gestartet.

Jene acht Asylwerber aus dem Servitenkloster, die am Sonntag festgenommen worden waren, sind am Montagmorgen vom Anhaltezentrum in Wien-Alsergrund zum Flughafen Schwechat gebracht worden, berichtet der ORF.

Festgenommen
Das Schicksal der Votivkirchen-Flüchtlinge beschäftigt seit November ganz Österreich. Am Sonntag gab es für acht der rund 50 Flüchtlinge, die mit ihrem Protest ein Bleiberecht erreichen wollen und mittlerweile im Servitenkloster im 9. Bezirk wohnen, ein jähes Ende.

Wie jeden Tag mussten sich alle Flüchtlinge in der nahen Polizeikaserne melden. Dabei nahmen die Beamten acht Pakistani direkt vor deren Betreuer fest. Die Männer sitzen jetzt in Schubhaft. „Es gibt einen rechtskräftigen Bescheid. Das Verfahren wurde negativ abgeschlossen“, sagt Polizeisprecher Roman Hahslinger.

Demonstration
Die Polizeiaktion ließ die Emotionen hochgehen. Stimmung war extrem aufgeheizt: „Plötzlich versammelten sich etliche Menschen vor dem Kloster, sie demonstrierten gegen die Verhaftungen“, schildert Caritas-Sprecher Martin Gantner. Gleich darauf fuhren einige Polizeibusse vor. Die Beamten standen vor dem Eingang, befürchteten an­geblich einen „Aufstand“ der Flüchtlinge und deren Sympathisanten.

protest.jpg
Protest vor dem Anhaltezentrum; Foto: APA

Protestmarsch in Wien zu Ende
Der Protestmarsch gegen die Abschiebung pakistanischer Flüchtlinge ist am Montag Abend vor dem Innenministerium zu einem Ende gekommen. Ausschreitungen gab es bei dem rund eineinhalbstündigen Zug vorbei an Votivkirche, ÖVP-Zentrale und Ballhausplatz nicht. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wurde bei den Stationen VP-Zentrale und Innenressort von den letztlich gut 150 Aktivisten mit "Shame on you"-Rufen bedacht.

Ansonsten skandierten die Demonstranten schon bekannte Parolen wie "We demand our Rights" "Bleiberecht für alle". Die Polizei hielt sich im Hintergrund und musste nicht eingreifen.

Entsetzen
Kardinal Christoph Schönborn, der zurzeit in Rio ist, reagierte entsetzt: „Ich stelle auch die Frage, was es für eine Rolle gespielt hat, dass Wahlkampfzeit ist.“ Auch in der Caritas gibt es „völliges Unverständnis“ über die drohende Abschiebung nach Pakistan: „Wir glauben nicht, dass diese Menschen dort sicher sind“, so Gantner.

Keine "rechtsfreie Zeit"
Innenministerin Mikl-Leitner: „Auch die Monate vor einer Wahl können weder zu einer rechtsfreien noch zu einer polizeifreien Zeit erklärt werden. Im konkreten Fall wurde den Betroffenen mehrmals die freiwillige Rückkehr angeboten.“ Ob die acht Flüchtlinge am Montag abgeschoben werden, stand nicht fest.

Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
Asylwerber verlassen Votivkirche Flüchtlinge ziehen ins Servitenkloster ein
© APA/HERBERT P. OCZERET
1/9
Diashow

button_neue_videos_20130412.png

erstellt am 29. Juli 2013, 18:09

Postings 0 Kommentare ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung