"Üppiges Füllhorn" mit Jelinek & Franzobel

Tiroler Landestheater
© Tiroler Landestheater

Spielplan 2014/15: Nina Proll gastiert in "Cabaret" erstmals in ihrer Wahlheimat.

Mit einem "üppig bestückten Füllhorn an Angeboten und Produktionen" wartet das Tiroler Landestheater laut seinem Intendanten Johannes Reitmeier in der Spielzeit 2014/15 auf. Bei einer Pressekonferenz am Freitag in Innsbruck wurde ein Programm präsentiert, das von Schillers "Räubern" über Opern-Produktionen wie "Hänsel und Gretel" bis hin zum Musical "Der Mann von La Mancha" reicht.

"Die Räuber" starten Saison
Die erste Schauspiel-Premiere bilden Schillers "Räuber" in der Inszenierung des Intendanten am 20. September. Weiters besonders in die Auslage gestellt wurden bei der Programm-Präsentation - neben dem Stück "Andorra" von Max Frisch, den "Comedian Harmonists" sowie "Der jüngste Tag" von Ödon von Horvath - vor allem die Landestheater-Gastspiele zweier alpenrepublikanischer Schriftsteller-Legenden: Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und Franzobel.

Jelinek feiert Premiere
Jelineks Prinzessinnendramen "Der Tod und das Mädchen I+II (Schneewittchen - Dornröschen)" werden in den Kammerspielen aufgeführt, während Franzobel laut Schauspieldirektor Thomas Krauß mit der Uraufführung eines Auftragswerks an derselben Spielstätte gastiert. In "Sarajevo 14 oder der Urknall in Europa" würden sieben Frauen aus verschiedenen Generationen die damaligen Weltkriegs-Ereignisse beleuchten, hieß es. Wolle man dem Schauspiel-Programm einen Übertitel oder ein Leitthema verpassen, würde Schauspieldirektor Krauß von "Fragen von persönlicher und gemeinschaftlicher Freiheits- und Identitätssuche" sprechen, meinte er.

Nina Proll auf der Bühne
Auch mit in der breiten Öffentlichkeit bekannten Namen geizt das Landestheater in der kommenden Saison nicht. So wird etwa Nina Proll in der Rolle der Sally Bowles im Musical "Cabaret" auf der Bühne des Großen Hauses zu sehen sein und damit "erstmals in ihrer Wahlheimat" auftreten, wie Reitmeier stolz anmerkte. Nicht minder freudig berichtete der Intendant, der 2014/15 seine dritte Spielzeit in Tirol verantwortet, vom Engagement des Kammersängers Heinz Zednik für eine weitere Musiktheater-Produktion: Richard Strauss' "Rosenkavalier". Der Tenor führt in dem nicht zuletzt anlässlich des 150. Geburtstages von Strauss aufgeführten Stück Regie. "Das ist ein Glücksfall für Tirol", jubilierte Reitmeier - ebenso wie Miguel Herz-Kestranek in "Der Mann von La Mancha".

Märchenhaftes in Tirol
Mit "Hänsel und Gretel" und dem "Rosenkavalier" lasse man "wichtige Spielplanklassiker" am Landestheater wieder aufleben, erklärte der Intendant. In den ersten beiden Jahren seiner Intendanz habe man dagegen noch bewusst einen Bogen um Produktionen aus der Ära seiner Vorgängerin Brigitte Fassbaender gemacht. Fans der leichteren Muse dürften bei der in den Kammerspielen aufgeführten Hommage an Barbra Streisand mit dem Titel "Becoming Barbra - Warten auf Streisand" auf ihre Rechnung kommen. Auch das Kinder- und Jugendtheater hat etwa mit "Der Räuber Hotzenplotz" weiter einen festen Platz im Landestheater-Programm.

Statement zur Causa Burgtheater
Wohl auch in Bezug auf die jüngsten Turbulenzen am Burgtheater sprach Reitmeier von einem kulturellen Klima, das auch in Österreich in den vergangenen Wochen etwas rauer geworden sei. "Es gibt aber keinen Grund an der Kulturnation Österreich zu zweifeln", konstatierte der Bayer. Es sei aber "wichtiger denn je, ein Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Ressourcen" zu haben.

 
 

erstellt am 04. April 2014, 17:40

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