"U-Bahn-Bande": Klage gegen Jeannée

ubahn bande verpixelt
© TZOe

Die Verdächtigen eines vermeintlichen Raubes bestreiten weiterhin alle Vorwürfe.

Wirbel um einen mutmaßlichen Raub in der U-Bahn: Dionis Gonzales, Miguel Antono, Audaris Miguel und José Gomez aus der Dominikanischen Republik wurden verdächtigt, in der U-Bahn einen 18-jährigen Wiener um 50 Euro beraubt zu haben. Am Donnerstag veröffentlichte die Polizei Fahndungsfotos der vier Männer. Noch am selben Tag stellten sich die Männer: „Wir sind unschuldig. Wir sind keine Räuber.“ Die Polizei glaubte ihnen und ließ sie wieder gehen.

»Wir haben nur gefeiert. Es gab keinen Raub.«
Ihre Version: „Wir waren an dem Abend in einem Club Party machen. Drei Männer haben uns um Drogen gefragt, wir verkaufen aber keine Drogen. Es gab keinen Raub.“ Ganz anders die Version des Opfers: „Die Burschen sind mir schon in der U-Bahn aufgefallen, wir haben kurz geredet. Beim Aussteigen drückte mich dann einer gegen die Wand und nahm mir 50 Euro ab. Ich verfolgte sie, aber konnte sie nicht einholen“, so der 18-Jährige. Die Polizei will die vier heute, Samstag, einvernehmen und sagt: „Wir ermitteln wegen Raub.“

ÖSTERREICH-Leser wissen bereits seit Freitag von dieser Wende. Michael Jeannée – Altkolumnist einer Schnarchzeitung – hingegen verschlief die Story und hetzte in der Freitagsausgabe gegen das Quartett. Die Folge: Er wird jetzt auf 60.000 Euro geklagt. Peinlich.

Astrid Wagner vertritt die ›Bande‹:
»Wir klagen Jeannée auf insgesamt 60.000 Euro«

ÖSTERREICH: Frau Dr. Wagner, Sie vertreten die vier jungen Männer aus der Dominikanischen Republik. Welche neuen Erkenntnisse gibt es?
Astrid Wagner: Sie haben sich am Donnerstag gestellt und bei mir gemeldet. Am Samstag findet jetzt die offizielle Einvernahme bei der Polizei statt. Und im Auftrag meiner Mandanten bereite ich eine Klage vor.

ÖSTERREICH: Worum handelt es sich dabei?
Astrid Wagner: Meine Mandanten bestehen darauf, dass ich in ihrem Auftrag den Journalisten Michael Jeannée klage. Sein Artikel ist erstens ein Verstoß gegen die Unschuldsvermutung. Ob die vier Männer verurteilt werden, ist nämlich Entscheidung eines Gerichts und nicht die Entscheidung von Herrn Jeannée. Zweitens ist die Kolumne menschenverachtend und hetzerisch und auf jeden Fall klagbar.

ÖSTERREICH: Wie hoch sind Ihre Forderungen?
Astrid Wagner: Ich fordere pro Mandant bis zu 15.000 Euro, also insgesamt 60.000 Euro. In ähnlichen Fällen hatte ich mit solchen Klagen schon Erfolg. Es ist sehr gefährlich, wenn solche Kolumnen Schule machen. Ich werde dagegen mit allen Mitteln vorgehen, die mir zur Verfügung stehen. Das ist alles höchst bedenklich.

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erstellt am 10. Jänner 2014, 23:59

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