"Theater soll verletzen!"

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Michael Thalheimer lieferte im Burgtheater eine famose Hebbel-Inszenierung ab.

„Theater soll verletzen“, sagt Michael Thalheimer, und diesen Anspruch hat der Regisseur in Maria Magdalena im Burgtheater wieder tausendprozentig eingelöst. In Friedrich Hebbels kleinbürgerlichem Trauerspiel, dessen Titel auf die Passionsgeschichte anspielt, springt Klara, die Tochter des Tischlermeisters Anton, am Schluss in den Brunnen, weil sie vom widerlichen Leonhard schwanger ist und ihrem Vater keine Schande machen will. Verknappungsmeister Thalheimer hat sich von seinem tollen Bühnenbildner Olaf Altmann einen hohen, schmalen, mit einem Kreuz geschmückten Riesensarg aufstellen lassen, in dem Klaras von Bert Wredes irritierenden Hochfrequenztönen begleitete Leidensgeschichte ihren Lauf nimmt. Wunderbar. Die wunderbare, schon zweimal mit dem Theater-Nestroy ausgezeichnete Schauspielerin Sarah Viktoria Frick ist als unschuldige, kindliche Klara zu erleben. Wie sie dreinschaut, schreit, lacht und weint, ist eine Klasse für sich. Ihr zur Seite beeindrucken Regina Fritsch als schrill sterbende Mutter, Tilo Nest als polternder Vater und Johann Adam Oest als aufgelöster Kaufmann. – Viele Bravos.

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erstellt am 21. Februar 2014, 20:55

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