Taferl-Duell bei Glawischnig gegen Stronach

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Grünen-Chefin Eva Glawischnig stieg gegen Frank Stronach in den Ring.

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Frank Stronach startete das ORF-Duell gleich mit einem Vorwurf gegen die Grüne: Eva Glawischnig sei „unehrlich“, da sie als junge Wirtstochter quasi Wein gepanscht habe.
Ab dem Moment schaltete die Grüne auf Angriff. Mehrere Taferln wurden gezückt:

  • Stronach habe für sein Schloss Reifnitz nur „6,4 Millionen Euro“ gezahlt – weit weniger als es wert sei. Daher ermittle die Justiz.
  • Nächster Vorwurf: Stronachs Magna hätte 47,8 Millionen Euro an Landesförderungen erhalten. Da sei eine Doppelmoral, da er ja sonst stets gegen „Funktionäre am Futtertrog des Staates“ herziehe.
  • Und die grüne Spitzenkandidatin warf Stronach vor, dass er keine „Parteispenden“ melde.

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Die Überraschung des gestrigen Abends: Trotz Dauerangriffen der Grünen blieb der 81-jährige Neoparteichef erstaunlich gelassen. In der Sache erklärte er Glawischnig zwar, dass sie „nichts von Wirtschaft“ verstehe, im Ton blieb er aber freundlich.

Über Koalitionen:

Eva Glawischnig: „Eine Koalition mit Stronach ist auf Bundesebene ausgeschlossen. Stronach weiß ja manchmal nicht mehr, was er zwei Wochen vorher gesagt hat.“

Über die Wirtschaftspolitik:

Frank Stronach: „Die Grünen ignorieren die Wirtschaft.“
Glawischnig: „Stronachs Forderungen nach einem Euro-Ausstieg halte ich nicht für zielführend, sondern für gefährlich. Stronach verfolgt eine sehr neoliberale Politik.“

Über Stronach als Person:

Glawischnig: „Frank Stronach hat sich in seinen Interviews bisher als reaktionär und autoritär gezeigt. Stronachs Positionen sind schädlich für Österreich.

Über die Nacktfotos:

Glawischnig: „Als Frau von Volker Piesczek bin ich damit nicht zu beeindrucken.“

Über Stronachs Chancen:

Glawischnig: „Dazu fällt mir ein Zitat aus dem Fußball ein: Geld schießt keine Tore.“

Über den Verkauf von Schloss Reifnitz in Kärnten:

Eva Glawischnig: „Sie haben 6,4 Millionen Euro bezahlt, obwohl es viel mehr wert war. Ich frage mich schon, ob da Freunderlwirtschaft im Spiel war. Sie waren doch selbst ein Teil im System Haider.“
Frank Stronach: „Ich habe nie verhandelt und das bezahlt, was die Gemeinde verlangt hat. Ich würde es heute gerne wieder verkaufen, wenn ich bekomme, was ich reingesteckt habe.“

Über Wirtschaft und Umwelt:

Stronach: „Es gibt zu viele Auflagen. Die Voest in Linz geht zum Beispiel in die USA wegen der Kosten und Auflagen.“
Glawischnig: „Oberöstereich ist ein erfolgreiches Industrieland mit grüner Regierungsbeteiligung. Dort werden mit grünen Ideen schwarze Zahlen geschrieben.“

Über Stronach als ‚Macho‘:

Glawischnig: „Ihr Macho-Gehabe von den Schlauen, die mehr verdienen als die Dummen, hat mich irritiert. Sind Frauen dümmer als Männer?
Stronach: „Das stimmt doch nicht. Wir fordern in unserem Programm gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Und ich fordere sogar, dass künftig mehr Frauen im Parlament sind.“

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Der Magna-Gründer wurde dafür freilich auch einmal von ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher am falschen Fuß erwischt, als diese Näheres über seine „Österreich-Card für die Bahn“ wissen wollte. Stronach wusste sichtlich nichts Genaueres über die Karte, die in seinem Parteiprogramm steht.

Stronach gewinnt sein 
erstes Fernseh-Duell
Stronach gab sich auch als Feminist, der „mehr Frauen in der Politik“ wolle. Glawischnig musste da lachen. Zumindest in einem waren sich dann beide einig: Sie wollen nicht miteinander koalieren.
Im oe24.at-Voting geht Stronach erstmals als Sieger hervor. Knapp zwei Drittel der User stimmten für ihn.

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Alle Informationen zum Duell Strache gegen Bucher finden sich hier >>>

  • Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert LIVE für Sie.
  • Die Analyse von Josef Broukal und Isabelle Daniel im neuen Wahl-TV am Freitag ab 6 Uhr.

Auf Seite 2 der Liveticker

21.57 Uhr: Das Duell ist beendet.

21.56 Uhr: Beide schließen aus heutiger Sicht eine Koalition auf Bundesebene aus.

21.55 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Stronach lässt sich nie wirklich auf konkrete Angriffspunkte von Glawischnig ein. Stronach kontert mit Gegenfragen. Insgesamt war die Debatte konfrontativer als erwartet. Grün und Stronach haben wohl keine ähnlichen Wähler - beide haben ihre Wähler bedient.

21.51 Uhr: Glawischnig greift Stronach wegen dessen Finanzierung der Partei an. Mit einem Taferl will sie klarmachen, dass Magna knapp 48 Millionen an Landesförderungen kassiert habe. "Ich habe 150 Millionen Sozialspenden gegeben", antwortet Stronach. "Ich sehe mehr Grün-Plakate als Stronach-Plakate."

21.50 Uhr: Cannabis. Thurnher: "In einem kleinen Bereich sind Sie einer Meinung: Sie wollen unter bestimmten Voraussetzungen Cannabis freigeben." Stronach antwortet mit einem Seitenhieb auf die Wiener Mariahilfer Straße: "Wie können die Grünen in die Regierung kommen, wenn sie nicht einmal eine Straße organisieren können?"

21.49 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Glawischnig verteidigt sich jetzt und erzählt von ihrer engagierten Vita. Stronach pocht darauf, dass Mandatare nur zwei Legislaturperioden im Parlament bleiben sollen. Glawischnig befreit sich aus Defensive und kritisiert nun wieder Stronach, weil dieser gesagt habe, wer mehr verdiene, sei schlauer. Stronach geht darauf nicht ein und tritt nun als Feminist auf: "Wir brauchen mehr Frauen in der Politik" ;)

21.47 Uhr: Stronach legt noch einmal nach: "Die Politik ist von den Männern dominiert. Wir brauchen mehr Frauen im Parlament."

21.45 Uhr: Thurnher konfrontiert Glawischnig mit einem Interview, in dem diese über Stronach sagte, dass er "retro" sei und dass sie genug habe von "Macho-Gehabe". Stronach kontert: Er wolle doch mehr Frauen für das Parlament.

21.44 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Stronach streut übrigens immer wieder ein, das sei "schlecht" für Pensionisten oder das sei "gut" für ältere Menschen. Er versucht wohl eine Solidarisierung mit älterem Publikum. Etwas, das aufgehen könnte, wenn man den 81-Jährigen wegen seines Alters belächelt...

21.44 Uhr: Stronach schießt sich auf Berufspolitiker ein. Dieses System führe zu "Freunderlwirtschaft und Korruption". Glawischnig kontert: "Grasser, Westenthaler - alle in Ihrem Konzern".

21.42 Uhr: Thema Steuern. Thurnher will von Stronach wissen, ob dieser die Steuer für fossile Brennstoffe erhöhen würde. "Man muss sich das allles genau anschauen, alles durchleuchten", so Stronach. Das brauche sehr viel wirtschaftliche Erfahrung, sagt er und weicht elegant der Frage aus.

21.40 Uhr: Glawischnig rügt Stronach: "Werten Sie die Funktionäre nicht immer so ab." Stronach lobt im Gegenzug die Volontäre. Glawischnig spricht sich für Erleichterungen für Kleinunternehmen aus - über die Kammermitgliedschaften möchte sie an dieser Stelle nicht diskutieren.

21.38 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Stronach bleibt auf seiner Botschaft drauf, die Grünen würden "Milliarden an Länder ausgeben, die noch korrupter" seien. Glawischnig wirkt zunehmend verärgert. Blicke und Körpersprache der Grünen signalisiereb, dass sie Stronach wohl nicht ernst nimmt. Stronach bleibt bislang ruhig. Er lacht mitunter. Und versucht auch zu witzeln. Thurnher erwischt ihn jetzt aber am falschen Fuß mit der "Österreich-Card" - die er nicht wirklich zu kennen scheint, obwohl sie in seinem Parteiprogramm steht...

21.35 Uhr: Glawischnig versucht noch einmal, den Mechanismus des ESM zu erklären. Es gehe um Solidarität in Europa, "mit Ländern, die in Schwierigkeiten sind". Thurnher bricht ab, darum gehe es nicht. Die Moderatorin spricht Stronach erneut auf die Bahn an. Stronach antwortet vorsichtig. Es müsse alles "evaluiert" werden.

21.33 Uhr: Thema Verkehr- Thema Bahn. Glawischnig will den Nahverkehr um die Ballungsräume ausbauen, um eine Alternative zum Auto anzubieten. Stronach wirft der Grünen wieder vor, "Milliarden an andere Länder zu verschleudern".

21.31 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Stronach wirft Glawischnig nun vor dem ESM zugestimmt zu haben. Glawischnig verteidigt Euro und Europa. Und will verdeutlichen wie "gefährlich" Stronachs Ideen seien. Stronach will offenbar die Grünen unbedingt als Teil des "Establishment" darstellen. Glawischnig wirkt zunehmend verärgerter gegen Stronach - will ihn jetzt als "Teil des System Haider" darstellen.

21.30 Uhr: Thema Hypo. Die Grünen hätten den Hypo-Skandal aufgedeckt. Stronach sei auch "bei dem System dabei" gewesen. Stronach wehrt sich: "Sie machen sehr viele Behauptungen, die nicht wahr sind."

21.28 Uhr: Stronach greift Glawischnig an, weil die Grünen dem Rettungsschirm ESM zugestimmt hätten. Die Grüne kontert: Europa müsse gemeinsam stärker werden. Stronachs Konzepte, die Banken zu zerschlagen, sei "gefährlich".

21.27 Uhr: Stronach kritisiert, dass sich die Finanzwirtschaft immer weiter von der Realwirtschaft entferne. Die Bankenrettung sei "ein Verrat an den Arbeiter und auch an den Pensionisten".

21.25 Uhr: Thurnher an Stronach: "Was ist Ihnen wichtiger? Die Jobs oder die Umwelt?" Stronach erklärt, dass er in Österreich investiert habe, weil dies seine Heimat sei. Die Frage beantwortet das nicht. Stronach versucht es noch einmal: "Eine Balance zwischen Umwelt und Wirtschaft ist wichtig."

21.23 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Stronach hat Glawischnig bereits vorgeworfen "nichts von Wirtschaft zu verstehen". Die Grüne kontert mit Oberösterreichs Grünen, die seit zehn Jahren regieren würden. Der Magna-Gründer bringt nun die Finanztroubles in Linz ins Spiel.

21.21 Uhr: Glawischnig spricht sich gegen die Gas-Fördermethode Fracking aus - und lobt Stronach, der dieses Verbot in seinem Parteiprogramm habe.

21.20 Uhr: Thema Wirtschaft: Glawischnig lobt den Grünen aus OÖ, Rudi Anschober, für seinen Industriecluster im Bundesland. Stronach: "Linz hat fast eine Milliarde Schulden angehäuft." Österreich sei nicht mehr konkurrenzfähig, so Stronach.

21.18 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Glawischnig kontert nun auch mit einem Taferl. Und greift Stronach an. Interessant, dass beide so konfrontativ sind - Wähleraustausch zwischen den Beiden gibt es wohl kaum.

21.17 Uhr: Stronach habe sein Versprechen nicht gehalten, sondern habe das Schloss für sich privat behalten, sagt Glawischnig.

21.16 Uhr: Politik-Insiderin Isabelle Daniel kommentiert: Jetzt zeigt Frank Stronach ein Taferl her - normalerweise hält die Grüne diese in die Kamera. Der 81-Jährige greift die Grüne gleich in seinem ersten Statement an. Glawischnig versucht ruhig zu kontern.

21.16 Uhr: Glawischnig kontert mit einem zur Präsentation umgebauten Kalender. Es geht um den Preis für das Schloss Reifnitz in Kärnten, das Stronach sehr billig gekauft hatte.

21.15 Uhr: Stronach: "Das ist nicht ehrlich." Glawischnig kontert: Das sei in den Zeiten des Weinskandals gewesen.

21.13 Uhr: Stronach mit zwei Taferln. Das erste zeigt ein Plakat der Grünen: "Wer einmal stiehlt, dem glaubt man nicht". Daraufhin das zweite Taferl: Er konfrontiert Glawischnig damit, dass sie in einem Interview gesagt habe, dass sie Gästen, nachdem sich diese über den Wein beschwert hätten, einfach nur denselben Wein in einem anderen Glas gebracht habe.

21.11 Uhr: Thurnher beginnt mit Stronach. Sie fragt den Parteigründer, wie die Koalition in Salzburg funktioniere, in der das Team Stronach u.a. mit den Grünen eine Koalition bildet.

21.09 Uhr: Wie immer wird zuerst ein kurzer Einspielfilm gezeigt.

21.08 Uhr: Nun geht es mit dem zweiten Duell des Abends los. Grünen-Chefin Eva Glawischnig trifft auf Parteigründer Frank Stronach.

 

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erstellt am 19. September 2013, 22:10

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