Rezession vorbei! Es geht wieder aufwärts

Tourismus Wirtschaft
© TZ ÖSTERREICH, AP Photo, Getty Images

Tourismus boomt: So viele Sommer-Urlauber in Österreich wie noch nie.

2013 wird ein hartes Jahr werden – das war die Botschaft zahlreicher Wirtschaftsexperten und Regierungschefs zum Jahresstart. Jetzt lassen aber neue Zahlen aufatmen und die optimistische Frage drängt sich auf: Ist das Schlimmste der Krise nun tatsächlich vorbei?

Die handfesten Zahlen: Die Stimmung der Verbraucher hellt sich auf, ist laut aktueller Studie der EU-Kommission in ganz Europa auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Und: Auch unsere Wirtschaft hat auf Erholungskurs eingeschwenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im 2. Quartal 2013 (April bis Juni) mit 0,2 % so stark zu wie seit einem Jahr nicht mehr. Einen solchen Zuwachs gab es zuletzt von April bis Juni 2012. Deutschland fuhr sogar ein BIP-Plus von 0,7 % ein. Um die Jahreswende 2013/14 sollte es noch besser werden: „In Österreich wird es wieder bergauf gehen“, erklärt Wifo-Experte Marcus Scheiblecker.

Ganze Eurozone kämpfte sich aus der Rezession
Auch in der Eurozone geht es aufwärts, die Rezession ist hier mit einem BIP-Plus von 0,3 % überwunden. Davor war die Wirtschaft in den 17 Staaten der Währungsunion in sechs Quartalen in Folge geschrumpft – die längste Rezession in der Geschichte der Eurozone.

Selbst für die Euro-Sorgenkinder Italien und Spanien sieht das Brüssler Statistikamt Eurostat wieder Licht am Ende des Tunnels.
 

Neuer Rekord: 9,7 Millionen Gäste von Mai bis Juli

Der heimische Tourismus jubelt über eine tolle erste Sommerbilanz. In der ersten Saisonhälfte (Mai bis Juli) kamen laut vorläufigen Zahlen der Statistik Austria 9,67 Millionen Gäste nach Österreich, das sind um 1,5 % mehr als im selben Zeitraum des Vorjahrs. Auch die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich leicht – um 0,3 % auf 31,36 Millionen.

Besonders gut war der Juli in der Steiermark und Tirol
Der tolle Juli hat dabei das Blatt komplett gewendet, nachdem der verregnete Juni zunächst einen starken Rückgang gebracht hatte. „Wir sind jetzt sehr zufrieden“, sagt Hans Schenner, Tourismus-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, zu ÖSTERREICH. Im Juli wurde zum dritten Mal seit dem Jahr 2000 die Marke von insgesamt 15 Millionen Nächtigungen geknackt. „Diese Rekordzahlen verdanken wir vor allem inländischen Gästen, die die Schönwetterperiode des Juli vermehrt für spontane Kurzurlaube in Österreich nutzten“, so Schenner.

Besonders gut lief es in der Steiermark (+5,3 % bei den Übernachtungen) und in Tirol (+3,3 %). Insgesamt brachte der Juli ein Nächtigungsplus von 1,3 % (siehe Tabelle). Wien verzeichnete im Juli einen Rückgang (–1,8 %) – das wundere ihn nicht, meint Schenner: „Wer macht schon bei 40 Grad einen Städteurlaub?“ Dafür ziehe der Städtetourismus jetzt im August wieder an. Überhaupt laufe der August ähnlich gut wie der Juli. Für die gesamte Sommersaison rechnet Schenner mit rund 3 % Zuwachs (siehe Interview unten).

Mehr Umsatz in Tourismus-Gastronomie
Auch die lange Zeit schwächelnden Umsätze steigen. „Die Gastgärten sind jeden Abend voll, die Leute genießen es, draußen sitzen zu können. In der touristischen Gastronomie dürfte es 4–5 % Umsatzplus geben“, sagt Schenner. Gute Auswirkungen hat das auch auf den Jobmarkt: Heuer im Juli gab es in der Tourismusbranche rund 3.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr.
 

Tourismus-Obmann: "Gute Saison bringt Beschäftigungs-Plus"

ÖSTERREICH: Nach dem tollen Juli: Wie läuft der August?
Hans Schenner: Auch sehr gut. Für die gesamte Sommersaison rechne ich mit rund drei Prozent Plus.

ÖSTERREICH: Steigen auch die Umsätze der Betriebe?
Schenner: In der touristischen Gastronomie dürfte es 4–5 % Umsatzplus geben. Die Gastgärten sind ja immer voll. Auch Bootsverleiher und Golfplätze, denen der Sommerbeginn ins Wasser fiel, verdienen jetzt endlich gut.

ÖSTERREICH: Bringt das Tourismushoch mehr Jobs in der Branche?
Schenner: Ja, im Juli wurde sicher Personal aufgenommen. Heuer hatten wir rund 3.000 Beschäftigte mehr als im Juli des Vorjahrs.
 

erstellt am 23. August 2013, 23:20

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