Kein Wasser und Essen, Armee feuert auf Plünderer

Taifun Haiyan
© Getty Images

Österreich-Reporter Herbert Bauernebel berichtet aus der zerstörten Stadt Taclopan.

Grauenhafte Bilder, bestialischer Gestank, unfassbares Leid. Die Welt weint mit Taclopan City, ausradiert durch den Todestaifun „Haiyan“. Ich stehe in einer apokalyptischen Mondlandschaft: Stahlträger, Wellblechdächer und Autos zu bizarren Knäueln zusammengeknüllt. Die Sturmflut riss mehrstöckige Häuser aus den Fundamenten. Schon beim Flug über den Katastrophenort ist das ganze Ausmaß zu sehen: Kein Haus steht mehr, eine einzige, ­riesige Trümmerlandschaft blieb von der 220.000-Einwohner-Stadt.

ÖSTERREICH-Reporter auf den Philippinen ÖSTERREICH-Reporter auf den Philippinen
© ÖSTERREICH/ Bauernebel
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Diashow

Kampf ums Überleben im Trümmerfeld Taclopan
Verzweiflung. Schreckensszenen gleich am Airport. Tausende drängen sich in der Ruine des Terminals. Polizisten heben die Schlagstöcke: „Zurück! Zurück! Zurück!“ Die Menschen wollen weg aus dem Albtraum. Zwar dröhnen im Hintergrund die Rotoren von Militärmaschinen. Die Piloten nehmen aber nur Verletzte mit.

Dann die Fahrt in die Stadt: Leichen liegen neben der Straße. Einige sind nur notdürftig bedeckt. Hände und Füße ragen heraus und sind halb verwest. Der Anblick ist schrecklich, der süßliche ­Geruch ekelhaft. Durch die Trümmerlandschaft irren Überlebende: „Bitte helft uns“, betteln sie. Es fehlt an allem – Wasser, Nahrung, zu wenig kam bisher in Taclopan an.

Doch es gibt auch eine andere Seite: Zwischen Hundekadavern und Helfern, die Leichen in Plastiksäcke heben, spielen Kinder Fußball. Gleich nebenan durchwühlen Verzweifelte Müllhalden nach Essbarem.

Gleichzeitig eskaliert die Gewalt: Plünderer liefern sich Feuergefechte mit der Polizei. Bewaffnete Banden brechen Lager auf. Zuletzt starben acht, als Tausende ein Reisdepot stürmten. Sie wurden erdrückt, als eine Wand nachgab und einstürzte: „Wir brauchen Hilfe“, sagen die Menschen, „sonst eskaliert die Gewalt.“

Herbert Bauernebel, Philippinen

So können Sie jetzt spenden:

Caritas:
PSK 7.700.004
BLZ: 60.000                                                                                                                                                              Kennwort: Katastrophenfonds Caritas

Rotes Kreuz:                                                                                                                                                          Erste Bank 40014400144                                                                                                                                         BLZ: 20111                                                                                                                                                              Kennwort: Überflutungen Philippinen

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erstellt am 13. November 2013, 21:50

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