Neuer Regierungschef verspricht Geschlechtergleichheit

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Larayedh will Regierung für "alle Tunesier und Tunesierinnen".

Tunesiens designierter Regierungschef Ali Larayedh hat eine neue Regierung "für alle Tunesier und Tunesierinnen" versprochen. Das neue Kabinett solle alle Bürger vertreten, denn "Männer und Frauen haben die gleichen Rechte und Pflichten", sagte das Mitglied der islamistischen Ennahda-Partei am Freitag in seiner ersten Rede nach seiner Nominierung als Ministerpräsident. Der bisherige Innenminister gilt als gemäßigt in seiner Partei, der vorgeworfen wird, die Rechte von Frauen beschneiden zu wollen.

In der Verfassunggebenden Versammlung hatte die Ennahda versucht, in das neue tunesische Grundgesetz anstelle der "Gleichheit" von Mann und Frau deren gegenseitige "Ergänzung" zu schreiben. Dies wurde durch Proteste in der Gesellschaft verhindert. Larayedh zeigte sich am Freitag der "Schwierigkeit der Aufgaben" bewusst, vor denen er stehe. Er benötige daher die Unterstützung "der Präsidentschaft, der Verfassunggebenden Versammlung, der politischen Parteien und der Zivilgesellschaft, um die Demokratie zu errichten, auf die alle hoffen".

Der bisherige Regierungschef Hamadi Jebali war Anfang der Woche zurückgetreten, weil er mit seinem Vorschlag der Bildung einer Expertenregierung an Hardlinern in der eigenen Partei gescheitert war. Jebali wollte die Expertenregierung nach der Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaid Anfang Februar einsetzen, die zu einer politischen Krise in Tunesien geführt hatte.

erstellt am 22. Februar 2013, 17:54

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