Nazi-Eklat bei FPÖ-Prozess

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John Gudenus nannte im Zeugenstand Rechtsextremen Küssel „anständigen Mann“.

Ex-FPÖler und EU-Abgeordneter Ewald Stadler wollte am Mittwoch seinen Prozess dafür nutzten, die Vorwürfe der Nötigung von Parteichef Heinz-Christian Strache zu entkräften. Doch John Gudenus, Ex-FPÖ-Bundesrat und Vater des Wiener Parteichefs Johann Gudenus sorgte für einen Eklat. Der wegen Wiederbetätigung verurteilte Alt-FPÖ-Politiker verteidigte bei seiner Zeugenaussage niemand Geringeren als Neonazi und Holocaust-Leugner Gottfried Küssel. Wie Journalisten aus dem Gerichtssaal via Twitter berichteten, erklärte Gudenus: „Ich sag es provokant: Küssel ist ein anständiger Mann, den man leider eingelocht hat.“

Ex-Parteifreund belastet Stadler mit Aussage
Gudenus war auch sonst nicht zimperlich in seiner Aussage. Er beschwerte sich bei Richterin Andrea Philipp über die lange Wartezeit, bis er aufgerufen wurde: „Die Stühle sind sehr unbequem.“ Auch betonte er, dass auf Stadlers Fotos „keine Neger“ abgebildet waren.

Zuvor hatte der ehemalige FPÖ-Volksanwalt Hilmar Kabas Stadler belastet. Die Anklage wirft dem Ex-FPÖler und EU-Abgeordneten vor, im Dezember 2006 versucht zu haben, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit Fotos von dessen „Wehrsportübungen“ zu erpressen. Stadler hätte Kabas die Fotos vorgelegt und dabei auch klargemacht, dass die Bilder Strache „schaden könnten“, erklärte Kabas. Stadler selbst wies sämtliche Vorwürfe der Anklage zurück. Er ortet eine „Intrige kurz vor der EU-Wahl“. Es gilt die Unschuldsvermutung.

erstellt am 30. April 2014, 23:20

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