Mord-Drohung gegen Ministerin

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© TZ ÖSTERREICH

... und Strache will das Volk über Text der Bundeshymne befragen.

SPÖ-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist einem Hass-Sturm ausgesetzt, der bisher in Österreich einzigartig ist. Sogar der deutsche Spiegel berichtet schon. Am Montag will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob Ermittlungen gegen Poster aufgenommen werden, die Morddrohungen an die Frauenministerin geschrieben hatten, so eine Sprecherin zu ÖSTERREICH.

Heinisch-Hosek hatte auf ihrer Facebook-Seite „Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier belehrt, der die Bundeshymne nur mit altem Text – ohne „Töchter“ – gesungen hatte. Die Folge: Morddrohungen („die Hexe soll brennen“). Und Tausende Beschimpfungen („alter Krampen“, „verp... dich!“) – knapp 17.000 (!) Postings kamen zusammen.

FPÖ-Chef Strache will die Stimmung ausnützen
Die Stimmung versucht FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu nutzen: In ÖSTERREICH fordert er eine Volksabstimmung. Strache behauptet zudem, Heinisch zeige den falschen Text: Beschlossen habe das Parlament „Töchter, Söhne“ nicht „Töchter und Söhne“.

SPÖ-Ministerin kontert 
Strache: Text ist richtig
Heinisch-Hosek bekommt indessen weiter Drohungen – am Samstag demonstriert sie in ÖSTERREICH trotzdem Härte: „Ich habe auf den gültigen Text der Bundeshymne hingewiesen, dieser Text wurde aus guten Gründen geändert – nämlich, um auch die großen Töchter dieses Landes wertzuschätzen.“

Straches Behauptung, der Text sei falsch, kontert Heinisch zudem: Im Bundesgesetzblatt heiße es sehr wohl „Töchter und Söhne“. Die Hymne, die 2012 von SPÖ, ÖVP und Grünen geändert worden war, bleibe, wie sie ist.

(gü, pli)


Strache im Interview: "Ich will Abstimmung"

ÖSTERREICH: Sie echauffieren sich über den „neuen“ Hymnen-Text. So ein Drama, über „Töchter“ zu singen?
Heinz-Christian Strache: Natürlich haben wir wichtigere Probleme, aber die Emotionen, die hier hochkochen, stehen auch stellvertretend für die vielen anderen Verfehlungen dieser Regierung.

ÖSTERREICH: Sie wollen den alten Text der Hymne zurück, oder? Soll es darüber eine Volksabstimmung geben?
Heinz-Christian Strache: Ja, ich möchte den alten Text zurück, denn man greift nicht in Texte von Künstlern ein. Wir haben mittlerweile ­eine Parteiensekretariatsdiktatur, in der einfach gegen das Volk agiert wird. Daher bin ich für eine Volksabstimmung über die Hymne und die Steuersenkung. Das sollte man zeitgleich abhalten. Man hätte nicht in den Text der Hymne eingreifen dürfen. Das sehen auch viele Frauen so. Und eine Steuersenkung ist dringend nötig. Daher wäre es sinnvoll, das zusammenzulegen.

ÖSTERREICH:
Nachdem Heinisch-Hosek wegen Gabalier – der die Hymne ohne „Töchter“ gesungen hatte – ein Foto von sich mit dem echten Text postete, erhielt sie unfassbare Morddrohungen …
Heinz-Christian Strache:  So etwas steht täglich auch auf meiner Face­book-Seite gegen mich. Mit solchen Drohungen muss ich auch leben. Das ist leider so, dass es Menschen gibt, die primitive Beschimpfungen von sich geben. Aber das Foto, das die Ministerin gepostet hatte, hat ihr sicher keine Sympathien eingetragen. Und es waren ja auch noch Fehler im Text, den sie da gehalten hatte. Auch für Heinisch-Hosek gilt: Lebenslanges Lernen ist wichtig.

ÖSTERREICH: Finden Sie dieses Theater um ein neues Wort – „Töchter“ – in der Hymne nicht selbst lächerlich?
Heinz-Christian Strache:  Lächerlich und kindisch war die Aufregung der Grünen und von Heinisch-Hosek über die Interpretation der Hymne durch Gabalier. Die österreichische Bevölkerung will den Originaltext zurück und kein Kasperltheater.

Interview: Isabelle Daniel

erstellt am 28. Juni 2014, 23:33

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