Israel-Hasser prügeln bei Fußballmatch

 Itamar CHIZIK / Maccabi Haifa
© GEPA, imago

Antisemitische Gewalt vor Abpfiff: Israel-Hasser stürmen ein Testspiel von Maccabi Haifa.

Der Nahostkonflikt hat Österreich erreicht: Mit Schlägen und Tritten gehen 20 türkischstämmige Chaoten auf die Spieler von Maccabi Haifa los. Es ist die 85. Minute eines Testspiels gegen OSC Lille. Der Tumult auf dem Feld hätte sogar tödlich ausgehen können: „Einer zückte ein Messer gegen unsere Spieler“, berichtet Haifa-Präsident Chizik im ÖSTERREICH-Interview.

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Erst nach einigen Minuten können Ordner, Polizei und verständigte Cobra-Beamte die Situation entschärfen. Das Spiel wird abgebrochen.

Polizei erhöht Sicherheit vor letztem Haifa-Testspiel
Die Angreifer wurden angezeigt, der Verfassungsschutz ermittelt. Denn während des Spiels entrollen die Israel-Hasser antisemitische Transparente, skandieren „Fuck Israel“. „Manche suchen eine Bühne für ihre Aggressionen“, erklärt Christian Winkler vom SK Bischofshofen.

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Wie konnte es zu diesem Platzsturm kommen? Der Match-Veranstalter weist jede Kritik an den Sicherheitsmaßnahmen von sich: „Wir haben keinen Einfluss auf das Polizeiaufgebot“, so Hannes Empl von der Sportagentur SLFC.

Risikospiel. Maccabi Haifa setzt sein Trainingslager trotz des Zwischenfalls fort. Das morgige Testspiel gegen Paderborn (Kirchbichl, Tirol) birgt erneut Sprengkraft.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, so Polizeikommandant Walter Meingassner: „Wir befürchten, dass es zu neuen Störungen kommt. Wir beobachten die Lage und stehen in Kontakt mit dem Landesamt für Verfassungsschutz.“

Erik Kühnelt

Faymann und Co. verurteilen Platzsturm

„Gäste, die sich in Österreich aufhalten, haben das Recht, das in Sicherheit zu tun, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer religiösen Zugehörigkeit.“ So scharf verurteilt Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) die Fußballgewalt in Bischofshofen. Ähnlich äußert sich ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz: „Ich fordere eine vollständige Aufklärung dieser Vorfälle. Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden, denn in Österreich muss es gegenüber religiös oder antisemitisch motivierter Gewalt absolute Nulltoleranz geben.“

Appell. Die Grünen appellieren: „In unserer Gesellschaft darf Judenfeindlichkeit keinen Platz haben – schon gar nicht in Österreich“, so Grünen-Chefin Eva Glawischnig.

"Einer zückte Messer gegen unsere Spieler"

ÖSTERREICH: Sie waren mit Ihrem Team am Platz. Was ist wirklich passiert?
Itamar Chizik: Während des Spiels hatten rund 20 junge Leute türkische und paläs­tinensische Fahnen geschwungen und Anti-Israel-Parolen gerufen. In der 85. Minute sprangen sie auf den Platz und versuchten, unsere Spieler zu schlagen.

ÖSTERREICH: Wer waren diese Demonstranten?
Chizik: Es waren offensichtlich vorrangig türkische Migranten. Es waren keine Österreicher darunter! Einer der Demonstranten zückte ein Messer. Unsere Spieler wehrten sich. Die Polizei kam dann und brachte die gewaltbereiten Demonstranten weg. Unsere Spieler gingen in die Kabinen. Diese Demonstranten fallen auf Propaganda rein. Es waren junge Leute, die vermutlich nicht viel vom wahren Konflikt wissen.

ÖSTERREICH: Wie haben die Österreicher danach reagiert?
Chizik: Sehr gut. Alle sagten uns, es tue ihnen leid. Wir fühlen uns in Österreich wohl. Die Menschen empfangen uns alle freundlich. Wir werden hier weiter spielen. Und wir werden wieder nach Österreich kommen. So ein Vorfall hätte aber nicht passieren dürfen. Das hat im Fußball nichts zu suchen. Das war ein Freundschaftsspiel und wir machen keine Politik.

ÖSTERREICH: Wie geht es ­Ihrem Team?
Chizik: Gut, sie haben schon wieder trainiert. In unserer Mannschaft spielen Moslems, Juden, Drusen und Christen. Wir alle wollen Frieden und Ruhe für alle in der Region. Aber eines ist auch klar: Wir sind sehr stolz auf Israel.

Interview: Isabelle Daniel

erstellt am 24. Juli 2014, 23:30

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