Hobmeier: Buhlschaft mit Freude & Lust

Brigitte Hobmeier
© Franz Neumayr

Eine Bayerin in Salzburg. Aktrice Brigitte Hobmeier ist die neue Buhlschaft.

Wallende rote Haare, Sommersprossen und einen sinnlichen Mund – als neue Buhlschaft wird Schauspielerin Brigitte Hobmeier (37) nun genauer unter die Lupe genommen. Das ist für sie eine neue Rolle. Der gefeierte Bühnenstar, die als "Die Hebamme" im Kino bekannt wurde, lebt eigentlich fernab der roten Teppiche und der feinen Gesellschaft und verzichtet auf glamouröse Auftritte. Sie wird zwar als Jedermann-Gespielin bei den Salzburger Festspielen (Premiere ist am 20. Juli) im medialen Mittelpunkt stehen, doch ansonsten hält sie sich vom illustren Treiben fern. Das verriet die Schauspielerin am Rande der Präsentation in Salzburg, wo sie seit einer Woche die Neuinszenierung an der Seite von Cornelius Obonya (Jedermann) probt. "Meinen Text kann ich vom Umfang her in die Hosentasche stecken.“ Sie sieht die Herausforderung woanders. Es gilt, Weiblichkeit pur zu verkörpern. "Ich weiß nicht, wohin die Reise geht. Es ist eine spannende Suche und die ersten Proben waren gut.“

Lustiger Rummel
Dass die Medien mehr an der Farbe ihres Kleides interessiert sind, darüber kann Hobmeier nur lachen. Stört sie der Rummel? "Ich bin diese Woche mit einem Taxifahrer gefahren, der nicht wusste, wer ich bin. Ich habe ihm einfach erzählt, dass ich Maurerin lerne“, scherzt Hobmeier. "Bekannt bin ich also in der Stadt noch nicht. Natürlich setz ich mich all dem aus, was dazu gehört und das mit einer Freude und mit Lust!“ Die wird sie auch auf der Bühne brauche. Als Buhlschaft gilt es nicht nur Obonya, sondern auch das Publikum zu verführen. Sie tritt in große Fußstapfen – Stars wie Birgit Minichmayr, Veronica Ferres und Nina Hoss versuchten sich schon an der weltberühmten Mini-Rolle. Das dürfte sie wohl nicht einschüchtern. Lampenfieber, gesteht Hobmeier, habe sie trotz der jahrelangen Erfahrung dennoch.

Hässliches Entlein
Wenn man sie nach ihrer Schönheit fragt, schüttelt Hobmeier nur lachend den Kopf. Als rothaariges Kind, aufgewachsen als Arbeiterkind im sozial schwachen Münchner Bezirk Ismaning, musste sie viele Hänseleien ertragen. "In Bayern gibt es so Sprüche wie 'Lieber eine Tote als eine Rote‘ oder 'Da kommt die Duracell‘. Lauter solche Bosheiten musste ich aushalten“, erzählte sie einmal in der Zeit. "Pubertät war bei mir ganz schlimm. Im ganzen Gesicht, am ganzen Körper hatte ich furchtbare Akne, ich war richtig entstellt.“ Erst ihr Ehemann Florian Brugger, mit dem sie seit 13 Jahren glücklich lebt, gab ihr das nötige Selbstvertrauen zurück. "Erst durch seine Augen habe ich gemerkt, dass ich schön bin oder dass ich durch ihn schön bin.“

Inkognito
Privates beschützt die für ihre emotionalen Grenzgänge bekannte Mimin wie eine Löwin. Ihr Mann kommt nur verkleidet zu ihren Vorstellungen, von Sohn August (7) gibt es kein Foto. Er wird sie in den Sommerferien in Salzburg besuchen kommen. In der Mozartstadt bezog Hobmeier, die nur wenige Autostunden entfernt in München lebt, nun eine kleine Wohnung. Die freie Zeit zwischen den Vorstellungen will sie nützen, um die Atmosphäre der Festspiele zu genießen oder auf dem Rad in die Natur zu flüchten.

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(Daniela Bardel) erstellt am 11. Juni 2013, 14:49

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