Heimo Zobernig im Grazer Kunsthaus

Heimo Zobernig im Grazer Kunsthaus: Malerei und Installation
© VBK, Wien 2013

Koproduktion mit spanischem Museum Reina Sofia - Spiel mit Farbe und Textur.

Das Grazer Kunsthaus zeigt eine Ausstellung mit Arbeiten von Heimo Zobernig, bei der der kritische und gleichzeitig spielerische Umgang des Künstlers mit dem Skulpturenbegriff deutlich wird. Es gibt dabei ein Wiedersehen mit der Installation eines Kassenraums, die Zobernig 1993 für die Neue Galerie geschaffen hatte. Die Ausstellung ist eine Koproduktion mit dem Spanischen Museum Reina Sofia in Madrid, hieß es am 5. Juni bei einer Presseführung.

Künstler, der "nicht ganz einfach fassbar ist  

"Wir haben ein Konzept erarbeitet, das an beiden Orten mit den selben Werken arbeitet, trotzdem aber unterschiedlich geworden ist", so Joanneums-Intendant und Kurator der Ausstellung, Peter Pakesch. Heimo Zobernig sei ein Künstler, der "nicht ganz einfach fassbar ist, er kommt vom Bühnenbild und dem Theater, das spielt in seinem Werk eine große Rolle", beschrieb es Pakesch, wobei Zoberig anschließend relativierte: "Es war nur ein Umweg über das Theater zur Kunst, ich wollte immer Kunst studieren."

Praktische Kunst
Gleich zu Beginn der Ausstellung ist jene Installation zu sehen, die Zobernig aus praktischen Gründen für die Neue Galerie gestaltet hatte. Er schuf aus Pressspanplatten einen kleinen Eingangsbereich mit Kassa, Regal, Tisch und Sessel, der dann sogar über die Ausstellung hinaus benutzt wurde und später für die Sammlung erworben wurde. Zu den gezeigten Objekten gehören auch blaue Bilder, die eine Reflexion auf die monochromen Arbeiten von Yves Klein sind. Bei Zobernig erscheint das Blau allerdings verwischter, belebter, durch Wasserzeichen strukturiert.

"REAL" in Szene gestzt  
Ein anderes Zitat ist das Bild mit den Buchstaben "REAL" auf einer vierteiligen Leinwand, die von der Decke hängt. Damit verweist er auf ein Werk von Robert Indiana, der 1958 "LOVE" mit umgefallenen O auf die Leinwand schrieb. Zylindrische Kartonelemente - simple Klopapierrollen - werden zu Objekten verbunden und ganz schlicht auf der dazugehörigen Transportkiste präsentiert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der anders als sonst, die Biografie des Künstlers in den Mittelpunkt rückt und das Werk anhand dieser Daten präsentiert.

Info
"Heimo Zobernig". Ausstellung im Grazer Kunsthaus von 7.6. bis 1.9., geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr. Katalog um 35 Euro im Museumsshop erhältlich. museum-joanneum.at.
 

erstellt am 05. Juni 2013, 14:36

Postings 0 Kommentare ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Mehr zum Thema