Granaten-
Anschlag war Doppelmord

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© TZ ÖSTERREICH

Fast eine Woche nach der Granaten-Explosion in einem Auto ist endlich klar, was passiert ist.

Die Schusskanäle der Projektile, Obduktion, kriminaltechnische Untersuchungen am BMW – die Ermittler in dem spektakulären Fall um den Tod zweier Geschäftsleute sind mittlerweile sicher: Es war kein Unfall, sondern eindeutig Mord, ein Doppelmord sogar, der sich in der Nacht auf vergangenen Samstag so abgespielt haben soll:

Explosion, um alle Spuren im SUV zu verwischen

Der oder die Killer (möglicherweise saßen mehrere Täter auf dem Rücksitz des X5) erschossen den Fahrer Zlatko N. von hinten mit drei Kugeln aus einem Revolver.
Danach sprang der Schütze aus dem in der Odoakergasse in Wien-Ottakring geparkten Auto. Zur Beseitigung des Zeugen am Beifahrersitz und um so viele Spuren wie möglich zu verwischen, schleuderte der Killer eine Handgranate sowie den gezogenen Splint in den SUV. Ebenfalls denkbar ist noch, dass Horst Waldemar W. den Tätern oder dem Täter eine Granate, die er aus dem Handschuhfach fischte, nachwerfen wollte – und dass ihm in Todespanik ein Fehler beim Hantieren passiert ist.

Ermittlungen im Umfeld der Opfer jetzt im Zentrum
Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Mordermittler von den fortgeführten Untersuchungen des Fahrzeuginneren. So kann es durchaus sein, dass die Waffe bei der Explosion in den völlig zerstörten Motorblock geschleudert wurde. Auch das Modell der Handgranate steht noch nicht fest.

Und dann wären da noch die Recherchen im Umfeld der beiden Opfer. Vom Beifahrer Horst Waldemar W. weiß man wenig: Er stammt aus der DDR, war Eishockey-Crack und beim Grenzschutz, soll Fahrer bei Zlatko N. gewesen sein und zuletzt an derselben Adresse wie der Bosnier ein Büro für eine Reinigungsfirma gehabt haben.
Familienvater Zlatko N. dagegen war regional nicht nur in Mondsee, wo er auch SPÖ-Gemeinderat war, bekannt. In Ex-Jugo-Kreisen hat er sogar den Spitznamen „Legendo“ und der Spediteur hatte viele Firmen in Österreich, der Slowakei, Bulgarien und Italien. Insider sind sicher: Der Anschlag galt nur ihm. Und: Die Killer sind längst über alle Berge.

»Nach Telefonat sofort nach Wien«
ÖSTERREICH: Woran können Sie sich vor dem Mord an Ihrem Freund Zlatko N. noch erinnern?
Andreas F.: Er hat einen Anruf aus Wien erhalten und ist dann sofort losgefahren. Ich glaube, er hatte Kontakt zu seinem späteren Mörder.

ÖSTERREICH: Das klingt alles sehr mysteriös …
Andreas F.: Er hat nur noch einen Stopp in Mondsee gemacht und seiner Frau Marmeladegläser vorbeigebracht.

ÖSTERREICH: Was war Zlatko N. für ein Mensch?
Andreas F.: Er hatte ein großes Herz und war immer für seine Freunde da.

ÖSTERREICH: Und was war er für ein Geschäftsmann?
Andreas F.: Ein richtiger Sparefroh, aber alle Geschäfte waren korrekt.

ÖSTERREICH: Die Ermittler rätseln nach der brutalen Bluttat in Wien am vergangenen Samstag, was in den großen Kanistern im Kofferraum des BMW-SUV war. Was glauben Sie? Waren es flüssige Drogen oder Diesel?
Andreas F.: Ich glaube, es war Diesel, denn Zlatko hatte als Spediteur mit Lkws und Diesel zu tun.

ÖSTERREICH: Kannten Sie das zweite Mordopfer Waldemar W. (57) auch persönlich?
Andreas F.: Ja, er war ein sehr ruhiger und unauffälliger Typ. Ich glaube, dass Zlatko und er sich seit zwei Jahren kannten.

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erstellt am 16. Jänner 2014, 23:31

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