Franz Welser-Möst erobert den Big Apple

Franz Welser-Möst
© APA/ROBERT JAEGER

Klassik Festival startet mit vielen Highlights am 21. Februar New York.

Wien präsentiert sich ab Freitag New York in all seinen Facetten: Mit dem dreiwöchigen Festival "Vienna: City of Dreams" will man auch neue Akzente auf die Musik- und Kulturstadt werfen, etwa mit Symposien zum Verhältnis der Wiener Moderne zum Kriegsausbruch vor 100 Jahren. Im Kern des Festivals steht allerdings das Gastspiel der Philharmoniker mit der Staatsoper in der Carnegie Hall.

Phliharmoniker im Big Apple
So feiert die seit 1989 bestehende, deutlich kleiner dimensionierte New-York-Woche der Philharmoniker in der Carnegie Hall im Rahmen des Festivals ihr 25-Jahr-Jubiläum. Nun sind fünf Konzerte sowie mit "Wozzeck" und "Salome" zwei konzertante Opern angesetzt. "Die Idee war, in den sieben Aufführungen eine möglichste große Bandbreite des musikalischen Schaffens dieser Stadt zu bieten", so Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg am 10. Februar vor Journalisten.

Welser-Möst als Gatti Ersatz

26 Werke von 24 Komponisten stehen deshalb im Portfolio - von Mozart bis Johannes Maria Staud, von Otto Nicolai bis Erich Wolfgang Korngold. "Es geht um die Positionierung von Wien als Welthauptstadt der Musik", so Hellsberg. Für Schrecksekunden sorgte dabei der krankheitsbedingte Ausfall von Daniele Gatti. Eingesprungen sind Franz Welser-Möst und Christoph Eschenbach, die sich am Pult der Philharmoniker mit Andris Nelsons und Zubin Mehta abwechseln.

Wiener Klassik-Stars erobern Amerika
"Als ich hier angefangen habe, hieß es, die Wiener Philharmoniker werden irgendwann die Staatsoper verlassen - jetzt verlassen wir das Haus, aber gemeinsam", freute sich Staatsopern-Direktor Dominique Meyer über den Anlass. Ein erhoffter "Fidelio" als drittes Werk für New York sei sich dabei leider finanziell nicht ausgegangen. Mit der jetzigen Variante des Gastspiels sei man aber gut aufgestellt: "Sie müssen sich über die Budgetsituation der Wiener Staatsoper im laufenden Jahr keine Sorgen machen."

Auch Wissenschaft ist beim Festival dabei
Die flankierenden wissenschaftlichen Symposien und Podiumsdiskussionen sind unter der Ägide des Historikers Oliver Rathkolb entstanden, der dem Orchester spätestens seit der Aufarbeitung der Philharmoniker-Geschichte in den NS-Jahren verbunden ist. Man wolle dabei nicht nur eine wissenschaftliche Community ansprechen, sondern breitenwirksam agieren, unterstrich der Zeithistoriker. Im Fokus der Auseinandersetzung stehe die Moderne angesichts des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. "Es gibt keine behübschende Sicht auf die Wiener Moderne", unterstrich Rathkolb. Es gehe vielmehr um ein vielfältiges und durchaus auch kritisches Wien-Bild als neuen Ansatz.

   Der eigentliche Festivalauftakt fällt aber klassisch aus, wenn am Freitag (21. Februar) der 59. "Viennese Opera Ball" im Waldorf Astoria begangen wird, zu dem unter anderem auch Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) erwartet wird. Es folgen am 25. und 26. Februar Philharmoniker-Konzerte und am 28. Alban Bergs "Wozzeck" sowie am 1. März Richard Strauss' "Salome" in der Carnegie Hall. Am 13., 15. und 16. März beschließen die Philharmoniker dann ihr Engagement im Rahmen des Festivals.

   Das Österreichische Kulturforum setzt zeitgleich unter der Leitung von Direktorin Christine Moser einen Schwerpunkt und hat ein Bündel aus Konzerten (u.a. mit einer US-Premiere von Olga Neuwirth), Filmvorführungen und wissenschaftlichen Veranstaltungen im Portfolio, wobei die Ausstellung "Vienna Complex" als Herzstück gilt, die ab 26. Februar "spezifische Verschränkung von avantgardistischen Neuerungen in Kunst und Therapie in Wien um 1900" und zeitgenössische Künstler wie Franz West, Verena Dengler oder Heimo Zobernig präsentiert. Ergänzend fügt sich die Schau "Gustav Klimt and the Vienna Secession" im New York Art Resources Consortium in das bunte Programm.

Bewegte Bilder aus WIen in N.Y.
Der Filmschauplatz Wien ist hingegen Thema einer von Filmmuseum-Direktor Alexander Horwath ko-kuratierten Schau im Museum of Modern Art, wo im Rahmen von "Vienna Unveiled: A City in Cinema" Spielfilme gezeigt werden, die sich mit der Stadt auseinandersetzen. Ein Fokus der Ausstellung liegt auf jüdischen Emigranten wie Max Ophüls, Erich von Stroheim und Billy Wilder, die in ihren Arbeiten auf jene Stadt zurückblicken, die sie unter dem NS-Regime verlassen mussten. Auf dem Programm steht auch ein Abend mit VALIE EXPORT am 28. Februar, die im MoMA Arbeiten zeigt und zuvor bereits am 23. Februar von Yoko Ono den "Courage Award" erhält.

Info
"Vienna: City of Dreams" von 21. Februar bis 16. März in New York City. Infos unter  www.carnegiehall.org/viennaevents.


 

erstellt am 19. Februar 2014, 14:08

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