EZB senkt Leitzins auf das Rekordtief

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Zudem können sich Banken noch 1 Jahr unbegrenzt Geld holen.

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone im Kampf gegen die Krise auf ein neues historisches Tief gesenkt. Der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, werde um 0,25 Prozentpunkte auf 0,50 Prozent herabgesetzt, teilte die EZB am Donnerstag mit. Angesichts schwacher Aussichten für den Arbeitsmarkt und für die Wirtschaft in etlichen Euro-Staaten war in den vergangenen Wochen der Druck auf die Währungshüter gewachsen, den Leitzins weiter zu senken.

Krise
Viele Länder der Eurozone haben angesichts der Krise mit massiven Problemen zu kämpfen - auch wirtschaftliche Schwergewichte. In Spanien und Frankreich etwa ist die Arbeitslosigkeit auf einem Allzeithoch. Besonders viele Jugendliche und junge Erwachsene sind in den Ländern ohne Job.

Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung der Eurozone in diesem erneut schrumpft. Bereits im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt der 17 Mitgliedsstaaten der Währungsgemeinschaft um 0,6 Prozent zurückgegangen. In diesem Jahr rechnet die EU mit einem Rückgang um 0,3 Prozent.

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Für Deutschland hingegen rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr mit einem leicht gebremsten Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. 2014 könnte die Wirtschaftsleistung demnach aber wieder deutlich anziehen und um 1,6 Prozent wachsen.

Vor dem Zinsentscheid hatte es in der Öffentlichkeit Diskussionen über eine mögliche Zinssenkung gegeben. Sparkassen, Genossenschaftsbanken und die Versicherungsbranche in Deutschland hatten sich dagegen ausgesprochen. Die Spitzenverbände der Branchen erklärten, eine neue Zinssenkung wäre "ein falsches Signal für Sparer und alle, die für das Alter vorsorgen". Jede weitere Absenkung lasse "die Sparguthaben schmelzen" und bedeute "einen sinkenden Anreiz für das Sparen und Vorsorgen".

Rundum-Sorglos-Paket wird verlängert
Banken in der Eurozone können sich noch mindestens ein Jahr lang unbegrenzt Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen. Diese Regelung werde mindestens bis zum 9. Juli 2014 verlängert, kündigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Bratislava an. Ursprünglich wäre die Rundumversorgung im Juli 2013 ausgelaufen.

Vor Ausbruch der Krise hatte die EZB lediglich so viel Liquidität ins Finanzsystem gepumpt, wie sie für richtig hielt. Dabei hatten die Banken in einem Auktionsverfahren um die Milliarden aus Frankfurt bieten müssen, wobei nicht alle Wünsche auch erfüllt wurden.
 

erstellt am 02. Mai 2013, 13:50

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