Dutzende Österreicher auf der Liste

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Namen, Daten und Konten sind bekannt

Unter den nun aufgedeckten  130.000 Steuerbetrügern sind auch viele Österreicher. Ausgewertet sind die enormen Datensätze noch nicht.
86 Journalisten aus 46 Ländern sind am Durchforsten der „Offshore-Leaks“-Datensätze beteiligt. Einer davon ist der Deutsche Frederik Obermaier von der Süddeutschen Zeitung: „Natürlich sind uns bereits beim ersten Durchschauen der Aktenberge Namen aus Österreich aufgefallen“, sagt er (siehe Interview). Ausgewertet ist das Material bisher aber noch nicht. Die Unterlagen beinhalten Briefe, E-Mails, kopierte Reisepässe, Urkunden, Stiftungskonstrukte.


300 Schweizer und Tausende Deutsche
Insgesamt 2,5 Millionen Dokumente sind dem Journalisten-Komitee zugespielt worden. Sie stammen von zwei Firmen, die in etlichen Offshore-Zentren  tätig waren. In dem Gestrüpp aus Konto- und Firmenunterlagen finden sich  122.000 Gesellschaften, Trusts und Fonds in Steueroasen, dazu 130.000 Personennamen aus über 140 Ländern sowie von 12.000 Beratern – Banker, Steuerberater, Rechtsanwälte. Sie sollen weltweit ihren Kunden geholfen haben, Geld illegal zu verstecken.
Aus Österreich ist bisher erst ein Name bekannt: Denise Rich (69), Komponistin  und Witwe des Rohstoffhändlers Marc Rich. Sie lebt in Kitzbühel, hat 144 Millionen auf den Cook Islands geparkt.
In den nächsten Wochen werden die Reporter jeden Fall prüfen, das dauert.  
Aus der Schweiz tauchen in den Akten 300 Personen und 70 Gesellschaften auf. In Deutschland dürften es „einige Zehntausend“ sein, wird geschätzt. Die meisten Akten betreffen Personen aus China. Was mit den Austro-Akten geschehen wird, steht noch nicht fest: „In keinem Fall werden sie aber an Regierungen übergeben“, sagt Aufdecker Obermaier.

Aufdecker Frederik Obermaier bestätigt:
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›E-Mails und Briefe aus Österreich dabei‹

ÖSTERREICH: Unter den 130.000 Personen in den Akten sollen sich auch Dutzende Österreicher befinden …
Frederik Obermaier: Beim Durchschauen der Aktenberge sind uns natürlich Namen aus Österreich aufgefallen, wir haben sie aber nicht nachgezählt, beim besten Willen nicht. Wir stehen bei der Auswertung erst ganz am Anfang.  ÖSTERREICH: Handelt es sich um Firmennamen, Stiftungen, Anwälte – was deutet konkret auf Österreich hin?
Obermaier: Meist liegen Kopien von E-Mails vor, oder Briefe, Korrespondenz also, die aus Österreich kam oder nach Österreich ging. Da fallen natürlich Ortsnamen und bestimmte Bezeichnungen auf.
ÖSTERREICH: Hat Österreichs Regierung schon angeklopft?
Obermaier: Wir geben keine Daten weiter. Österreich hat aber noch nicht nachgefragt.

erstellt am 08. April 2013, 00:30

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