Die neue 
Königin 
der Burg

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© APA

Bis 2019 wurde sie von Kulturminister Ostermayer zur Chefin bestellt.

Jubel und Applaus für die neue Chefin: Als Karin Bergmann das Pausenfoyer des Burgtheaters betrat, wohin Kulturminister Josef Ostermayer zur Pressekonferenz geladen hatte, spendeten die versammelten Journalisten der neuen Direktorin – der ersten Frau in der Chefetage des Hauses! – vehementen Beifall.
Kurz davor hatten schon die Schauspieler Bergmann mit Ovationen gratuliert.

"Am allerwichtigsten ist das großartige Ensemble"
„Als ich am 19. März als interimistische Leiterin angetreten bin, hätte ich nie gedacht, dass ich im Herbst wieder hier stehen werde“, strahlte die erste Direktorin in der 266-jährigen Geschichte des Burgtheaters. „Ich bin froh und dankbar, dass ich gefragt wurde, die Direktion zu übernehmen.“ Und: „Am allerwichtigsten ist aber unser großartiges Ensemble, um das man uns im ganzen deutschsprachigen Raum beneidet.“

Schließlich: „Das Burgtheater ist der Turm, auf den alle schauen. Wir sollten stolz auf dieses Theater sein.“

Finanzdebakel
Zur Erinnerung: Am 11. März war Bergmanns Vorgänger Matthias Hartmann wegen des Finanzdebakels an der Burg (19 Millionen Euro Miese) und dubioser finanzieller Praktiken von Ostermayer fristlos gekündigt worden. (Derzeit sind Prozesse von Hartmann gegen die Burg – es geht um zwei Millionen Euro – und vice versa anhängig.)

Auch die ehemalige Geschäftsführerin Silvia Stantejsky war gefeuert worden. Und Ex-Holding-Chef Georg Springer sah sich zum Rücktritt gezwungen.

Am 19. März wurde Bergmann gebeten, als profunde Kennerin des Hauses und des Ensembles die skandalgeschüttelte Kulturinstitution interimistisch zu leiten.
Peymann. Die 61-jährige aus Recklinghausen gebürtige Theatermanagerin war bereits unter Claus Peymann und Klaus Bachler der gute Geist des Burgtheaters. Dass Karin Bergmann Österreichs Nationaltheater aus seiner schlimmsten Krise führen wird – das hoffen und glauben ihre vielen „Fans“.

E. Hirschmann-Altzinger

Bergmann: "Das sollte Vorbildwirkung haben"

ÖSTERREICH: In der 266-jährigen Geschichte des Burgtheaters sind Sie die erste Frau auf dem Direktionssessel. Was ist das für ein Gefühl?
Karin Bergmann: Ich finde das wichtig, und es wurde auch Zeit, dass auch einmal eine Frau an der Spitze eines so großen Theaters steht. Es ist ja erstaunlich, wie wenig Intendantinnen es gibt. Hoffentlich hat das eine Vorbildwirkung!

ÖSTERREICH: Worauf können Sie bauen, um das Theater aus der Krise zu führen?
Bergmann: Das Ensemble ist am allerwichtigsten! Die Schauspieler müssen sich frei und ohne Angst fühlen, um auf höchstem Niveau zu spielen. Und dieses Klima will ich schaffen.
 

erstellt am 14. Oktober 2014, 23:31

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