Asylamt: Caritas will keine Postler

Post Briefträger
© TZ ÖSTERREICH/Niesner

Der Wechsel von Postbeamten in das neue Bundesamt für Asyl sorgt für Empörung.

Es sollte eigentlich nur eine Umschichtung für Beamte werden. Doch die Ankündigung des Innenministeriums, Postbeamte im neu geschaffenen Bundesamt für Asyl arbeiten zu lassen, sorgt bei NGOs im Flüchtlingsbereich für Aufregung.

Besonders harsch fiel die Kritik von der Caritas aus. Präsident Michael Landau: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand in Österreich seine Freiheit in die Hände eines noch so qualifizierten Postbeamten legen möchte“, kommentierte er die Pläne. Sein General­sekretär Bernd Wachter sprang ihm bei, es gehe um „Entscheidungen über Abschiebungen, über Leben und Tod“. Personal aus der Post in diese schwierige Materie umzuschulen, sei keine „adäquate Form“.

Und tatsächlich, bei der Polizei hatte man bereits einmal schlechte Erfahrungen mit Postbeamten (siehe unten). Im Innenministerium will man die Kritik nicht nachvollziehen. Die Beamten würden vor dem Einsatz ausführlich ausgebildet werden. Auch die Post reagierte mit „großem Unverständnis“.
 

Jeder Zweite scheiterte an Polizei-Test

Bereits 2011 gab es ein Angebot, dass Post- und Telekombeamte ins Innenministerium wechseln können, damals in den Polizeidienst. Allein, damals floppte die Idee. Trotz einer Umstiegsprämie von 10.000 Euro wechselten nur wenige Hundert Ex-Postler zur Exekutive.

Grund dafür war aber nicht mangelndes Interesse, sondern mangelnde Rechtschreib­kenntnisse. Jeder zweite Postler fiel nämlich bei dem verpflichtenden Test für den Polizeidienst durch. Auch mangelndes EDV-Wissen verhinderte oft den Umstieg.

erstellt am 02. Jänner 2014, 23:20

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