Österreich hinkt bei Reformen hinterher

Studenten
© Careesma

Bertelsmann-Stiftung: Aufholbedarf bei Bildung, Pensionen und Integration.

Österreich hinkt im internationalen Vergleich bei Reformen hinterher. Das ergibt eine Studie der deutschen Bertelsmann-Stiftung, die anhand von 140 Indikatoren die Zukunftsfähigkeit aller EU- und OECD-Staaten bewertet. Unter den 41 untersuchten Ländern belegt Österreich Rang 19. Reformbedarf besteht laut dem Bericht unter anderem in den Bereichen Bildung, Pensionen und Integration.

Österreich mit Rang 19 im Mittelfeld

Österreich kommt in der Vergleichsstudie mit Rang 19 auf einen Platz im Mittelfeld und liegt damit hinter Ländern wie Belgien, Frankreich oder Tschechien. Bei den Feldern Arbeitsmarkt und soziale Inklusion erzielt es zwar gute Ergebnisse, insgesamt ist es aber nur "bedingt zukunftsfähig", wie die Bertelsmann-Stiftung am Montag in einer Aussendung zur Studie festhielt.

Aufholbedarf im Bereich Bildung
Beim Teilbereich Bildung hat sich Österreich zwar im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2011 leicht verbessert, belegt aber nur Platz 29. Gemessen an seiner ökonomischen Stärke müsste Österreich deutlich mehr Universitätsabsolventen hervorbringen, heißt es in der Studie. Problematisch wird auch die frühe Selektion der Kinder im Schulsystem und der große Einfluss der sozialen Herkunft auf die Bildungschancen der Kinder gesehen. Kritisiert wird außerdem das mangelnde Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen für Unter-Dreijährige.

Nachholbedarf sieht die Studie auch beim Bereich Zuwanderung und Integration. Menschen mit Migrationshintergrund hätten noch immer schlechtere Chancen in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt. Das Erlangen der Staatsbürgerschaft sei außer für Prominente und Sportler im Vergleich zu anderen EU-Staaten sehr schwierig.

Reform des Pensionssystems notwendig

Dringender Reformbedarf wird Österreich auch beim Punkt Pensionen bescheinigt. Das derzeitige Pensionssystem sei langfristig nicht tragfähig. Eine Anhebung des Pensionsantrittsalters sei aufgrund der längeren Lebenserwartung notwendig, Reformen aber politisch schwer durchsetzbar.

Insgesamt ist das österreichische politische System laut dem Bericht aufgrund seiner "Konsensorientierung sehr integrativ und stabil", die Innovationskraft aber zu gering. An der Spitze des Gesamt-Indexes zur Zukunftsfähigkeit der Länder liegen Schweden, Norwegen, die Schweiz, Finnland, Dänemark und Deutschland.

Die Junge Industrie forderte in Reaktion auf die Studie in einer Aussendung am Montag "mehr Ambition" in der Pensionspolitik und bei frühkindlicher Bildung.

Die Studie ist unter http://www.sgi-network.org/ abrufbar.
 

erstellt am 07. April 2014, 11:07

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