Kampl: "Wir wollen weiter rocken"

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Salzburger bewiesen, dass man jetzt auch mit härterem Spiel zurecht kommt.

Salzburgs vorzeitiger Europa-League-Gruppensieg mit historischer Note hat Trainer Adi Hütter und seinen Kickern eine neue Erkenntnis verschafft. Der 3:1-Erfolg bei Celtic Glasgow bewies, dass sich die einstige Pressingmaschine eine gewisse Resistenz gegen körperlich robuste Gegner angeeignet hat. Eine Qualität, die in der K.o.-Phase von großem Vorteil sein könnte.

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Tormaschine läuft

Weiterhin gut geschmiert läuft jedenfalls die Tormaschine von Österreichs Double-Sieger. Mit 16 geschossenen Toren ist man das mit Abstand trefferfreudigste Team, Villarreal hat in Gruppe A (mit Borussia Mönchengladbach, FC Zürich und Apollon Limassol) 13 Mal eingenetzt. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Astra Giurgiu hat man damit die Chance, den Torrekord in der EL-Gruppenphase zu brechen. ZSKA Moskau, Zenit St. Petersburg (beide 2010/11) und RSC Anderlecht (2011/12) trafen je 18 Mal. Die eigene Bestleistung (15) aus dem Vorjahr hat man bereits übertroffen.

Alan bedankte sich für Einsatz
Dass Hütter anstelle von Marcel Sabitzer auf den wiedergenesenen Alan setzte, sollte reiche Früchte tragen. "Seine Qualität in internationalen Spielen hat den Ausschlag gegeben. Er hat es mit seinen Toren zurückgezahlt", stellte Hütter zufrieden fest. Mit sechs Treffern ist der Brasilianer allein Führender der EL-Torschützenliste, ihm folgt - gemeinsam mit sieben anderen - Mannschaftskollege Jonatan Soriano mit fünf Toren. "Das ist besonders schön für mich persönlich, weil die Saison ein bisschen schwierig ist, ich war immer wieder verletzt", atmete Alan auf.

Staunen über Stimmung in Glasgow

Auch der Ehrfurcht gebietende Celtic Park konnte nichts daran ändern, dass man dank des frühen Alan-Doppelpacks (8., 13.) sowie des Last-Minute-Treffers von Naby Keita (92.) dem Gegner drei Tore "einschenkte" und als erster rot-weiß-roter Club einen Sieg in Schottland davontrug. "Da draußen zu spielen, ist ein Traum. Da muss man einmal gewesen sein", schwärmte Mittelfeldabräumer Stefan Ilsanker. Und auch Kevin Kampl verspürte angesichts inbrünstig "You'll never walk alone" intonierender Celtic-Fans zur Halbzeit wohl so etwas wie Gänsehaut. "Da hatte jeder Spieler ein Grinsen im Gesicht. Da hätte der Schiri ruhig noch zehn Minuten warten und die Fans singen lassen können", meinte der Slowene.

"Super Erfolg"
Die Leistung der "Bullen" in der zweiten Hälfte wäre selbst dann freilich kaum besser geworden. Von Celtic stärker unter Druck gesetzt, leisteten sich die Gäste viele Fehler, ein Spielfluss kam kaum zustande. "Im Spiel nach vorne haben wir nicht mehr so viel Kontrolle gehabt", musste auch Hütter gestehen. Dank der starken ersten 45 Minuten durfte er aber ein positives Gesamtresümee ziehen: "Wir haben den Fight angenommen. Unterm Strich ist das ein super Erfolg."

Gerade das Kampf- und Krampfspiel nach Seitenwechsel gab den Salzburgern zusätzliches Selbstvertrauen für die kommende K.o.-Phase. Erinnerungen an körperlich robuste Gegner wie Basel oder Malmö wurden wach, die die spielerisch überlegenen Salzburger aus der Europa League bzw. der Champions-League-Qualifikation gekickt hatten.

"Normal, dass man schwimmt"
"Celtic wird von den Zuschauern extrem gepusht, da ist es normal, dass man ein bisschen schwimmt", befand Kampl und betonte: "Wir haben aus diesen Ereignissen gelernt. Wir haben gesehen, dass wenn es spielerisch nicht so klappt, wir trotzdem mit Herz und Leidenschaft dagegenhalten." Dieser zusätzliche Trumpf soll auch in der K.o.-Phase ausgespielt werden. "Ich hoffe, dass wir das so beibehalten und selbst wenn es einmal knapp wird, cool bleiben", meinte Kampl.

Ähnlich sah es Hütter. "Die Mannschaft lernt von Jahr zu Jahr dazu. Und hat sich gut durchgesetzt. Deswegen glaube ich auch, dass die Mannschaft einen Schritt in der Entwicklung nach vorne gemacht hat", erklärte der Vorarlberger, dem selbst Celtic-Coach Ronny Deila ein Kompliment spendierte. "Wir haben ein Team erlebt, das modernen Fußball spielt. Mit elf unglaublich hart arbeitenden Spielern und einem sehr direkten Spiel", sagte der Norweger, der angesichts des fixierten Aufstiegs gefasst auf die Niederlage reagierte.

Kampl will EL weiter rocken
Was die internationale Saison für die Salzburger noch in petto hat, wird sich vorerst bei der Sechzehntelfinal- bzw. Achtelfinal-Auslosung am 15. Dezember, vier Tage nach dem Heimspiel gegen Astra entscheiden. Der Gruppensieg beschert den "Bullen" den Vorteil, erst im Rückspiel zuhause antreten zu müssen. Die zwölf EL-Gruppenersten plus die vier besten Champions-League-Umsteiger werden gegen die Gruppenzweiten bzw. vier schlechteren CL-Umsteiger gelost.

Kampl, der Salzburg freilich schon im Winter verlassen könnte, will noch einmal zu einem Höhenflug ansetzen. "Wir versuchen, mit unserem jungen Team zu rocken", erklärte der 24-Jährige - trat zugleich aber auf die Euphoriebremse. "Wir sollten uns aber gar nicht wieder so große Ziele stecken. Einfach drauflosspielen, sehen, was da kommt und nicht zu viel philosophieren."

erstellt am 28. November 2014, 13:07

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