So teuer ist unser Leben

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Aktuelle Zahlen der Statistik Austria belegen nun: So stark sind die Preise jetzt gestiegen!

Es ist zum Haareraufen: Wieder einmal haben die Preise in Österreich angezogen. Wieder einmal traf es besonders jene Produkte, die wir fast täglich brauchen. Ob Salat, Erdäpfel, Äpfel oder Karotten – um bis zu 33,2 Prozent sind einzelne Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr in die Höhe geschnellt. Und ein ÖSTERREICH-Lokalaugenschein auf dem Wiener Naschmarkt zeigt: Diese Preissteigerungen lassen niemanden mehr kalt.

Häuptelsalat um 33,2 %, Pfirsiche um 31,2 % teurer
Student Alex. M. (21) erzählt: „Manche Lebensmittel sind für mich inzwischen unleistbar geworden. Um frisch kochen zu können, reicht das Geld einfach nicht mehr.“ Die 50-jährige Anna R. berichtet: „Ob Karotten, Obst oder Paprika – so teuer wie jetzt war es wirklich noch nie.“

Die Details zur aktuellen Teuerungswelle:

  • Insgesamt stieg die Inflation im Juni bei uns zwar „nur“ um 2,2 %. Gemüse allerdings wurde im Schnitt um 10,5 % teurer, Obst um 7,9 %, Fleisch um 6,3 % und Brot um 2,9 %.
  • Absolute Spitzenreiter: Häuptelsalat, der heuer um 33,2 Prozent mehr kostet. Ebenfalls unter den Top 10: Pfirsiche (+31,6 %), Zwiebeln (+21,1 %), Erdäpfel (+19,1 %) und Karfiol (+18,1 %). Josef Baumgartner, Wirtschaftsexperten beim Wifo, prognostiziert: „Die steigenden Nahrungsmittelpreise sind ein globales Problem und sie werden nicht fallen.“
  • Anders noch als in den Vorjahren sind es gerade die Treibstoffe, die heuer im Vergleich zu 2012 sogar günstiger geworden sind. Ein Liter Diesel kostet immerhin um 1,1 % weniger, Super ist um 1,6 % billiger geworden.

Preissteigerungen bei uns höher als im EU-Schnitt

  • Auch beim Wohnen müssen wir nun tiefer in die Tasche greifen. Und das betrifft nicht nur die Mieten. Die Strompreise zogen um 6,4 % an, die Betriebskosten insgesamt um 4,0 %.
  • Und: Auch im EU-Vergleich bekommen wir kein gutes Zeugnis. Im Durchschnitt stiegen die Preise in den 28 Mitgliedsstaaten nämlich bloß um 1,6 Prozent. Bedeutet: Nur in sechs anderen Ländern gab es eine höhere Inflation als bei uns.

 

Mieten steigen weiter

Allein in einem Jahr machten die Wohnungsmieten in Österreich einen Sprung von 2,7 Prozent. Und in den letzten vier Jahren sind sie laut einer aktuellen Erhebung der Bank Austria sogar um unglaubliche 16 Prozent in die Höhe geschnellt. Was Sie jetzt wissen müssen:

  • Ballungsgebiete: Gerade das Leben in der Stadt ist derzeit heiß begehrt. Und das lässt auch die Preise anziehen. Laut Analyse der Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m.b.H. sind die Mieten nirgendwo so teuer wie im ersten Wiener Gemeindebezirk.
  • Zuwanderung: In den vergangenen Jahren wurde Österreich zum wahren Zuwanderungsland. Die Folge: Die Nachfrage an Wohnungen stieg, die Preise zogen noch einmal deutlich an.
  •  Geförderte Wohnungen: Sie wurden in den letzten Jahren weniger gebaut, weshalb es jetzt weniger günstige Unterkünfte gibt. Und: Die meisten Wohnungen sind heute größer als noch vor 20 Jahren. Auch das lassen sich die Vermieter etwas kosten.

Wifo-Experte J. Baumgartner im Interview

ÖSTERREICH: Erneut haben die Lebensmittelpreise angezogen. Was sind die Gründe?
Josef Baumgartner: Vorab ist zu sagen: Diese Entwicklung ist ein globales Problem und erklärt sich aus der höheren Nachfrage. Zum einen wächst die Weltbevölkerung, dann steigen die Einkommen beispielsweise in China und die Nachfrage nach Agrosprit nimmt auch zu. Das alles lässt die Preise steigen.
ÖSTERREICH: Ist denn eine Entspannung in Sicht?
Baumgartner: Der Trend einer höheren Nachfrage wird in absehbarer Zeit wohl nicht weniger werden und damit die Preise tendenziell steigen.

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(Dana Müllejans) erstellt am 16. Juli 2013, 23:10

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