FPÖ knapp voran, ÖVP verliert 8 Prozent

FPÖ knapp voran, ÖVP verliert 8 Prozent © TZ ÖSTERREICH, APA, AFP
FPÖ knapp voran, ÖVP verliert 8 Prozent © TZ ÖSTERREICH

Erste EU-Wahl-Umfrage von Gallup. Überraschung: Die FPÖ ist erstmals voran.

Das Gallup-Barometer vom Februar hat erstmals repräsentativ erhoben, wie die Parteien mit ihren Spitzenkandidaten in den EU-Wahlkampf starten.

Die FPÖ startet erstmals als Nummer 1. Sie hat aufgrund der Proteststimmung gegen Hypo und Euro mit 23 % die SP und VP knapp überholt.

Die ÖVP steht vor einem Debakel, stürzt von 30 % bei der letzten EU-Wahl auf 22 %.
Die SPÖ verliert nur leicht von 23 auf 22 %, läuft aber Gefahr, auf Platz 3 zu rutschen.

Die Grünen legen von 10 auf 14 % zu, HP Martin wird von 17,7 auf 2 % vernichtet und fliegt aus dem Parlament. ­Dafür ziehen die NEOS mit 13 Prozent laut Umfrage locker ins Parlament ein.

Freund noch immer populärster Spitzenkandidat
In der Attraktivität der Spitzenkandidaten liegt Eugen Freund klar voran. 32 % würden – in der Hochrechnung – ihn persönlich wählen, nur 22 % Othmar Karas, gar nur 16 % FP-Kandidaten Mölzer.

Freilich: Nur 66 % der Österreicher wollen an der EU-Wahl teilnehmen – und damit wird das Rennen völlig offen: Denn am besten mobilisiert die ÖVP – 88 % aller VP-Wähler wollen zur EU-Wahl gehen. Immerhin auch 74 % der SPÖ-Wähler.

Aber nur 62 % der FPÖ-Wähler wollen ein EU-Votum abgeben und gar nur 41 % der Protest- und Wechselwähler.

EU-Wahl
Das Partechefbarometer von Gallup

 

Strache erstmals vor dem Kanzler

Neuer Trend im Politbarometer der Parteichefs: FP-Strache – seit Jahren Letzter im Ranking – ist plötzlich im Aufwärtstrend und holt sowohl in der positiven Bewertung (27 %) als auch im Saldo aus positiver und negativer Note (–24 %) Kanzler Faymann ein. Vize Spindelegger ist mit minus 47 % neues Schlusslicht.
 

 

 

 

Faymann startet EU-Wahlkampf

ÖSTERREICH: Am Sonntag war Startschuss für den EU-Wahlkampf. Was ist bei Europas Sozialdemokraten die Ansage?
Werner Faymann: Uns ist es ein Anliegen, mit mindestens demselben Einsatz, mit dem Banken geholfen werden musste, den Menschen zu helfen. Für Junge müssen wir Beschäftigung schaffen.

ÖSTERREICH: Die EU hat 500 Milliarden Euro für Bankenrettungen ausgegeben, aber nur acht Milliarden für Jugendbeschäftigung reserviert.
Faymann: Das ist zu wenig. Ich werde dafür kämpfen, dass wir mehr für Jugendbeschäftigung ausgeben. Deswegen brauchen wir die Finanztransaktionssteuer.

ÖSTERREICH: Die SPÖ war bei der letzten EU-Wahl Zweiter.
Faymann: Mein Wahlziel ist, wie bei jeder Wahl, dass die SPÖ diesmal Erster wird.

ÖSTERREICH: Die FPÖ könnte laut Umfragen Erster werden.
Faymann: Die FPÖ möchte Europa und den Euro zerschlagen. Aber die Zerstörung der EU würde eine enorme Arbeitslosigkeit und die Gefahr von Auseinandersetzungen bringen.

ÖSTERREICH: Werden Sie selber stark wahlkämpfen?
Faymann: Ja, ich werde stark wahlkämpfen. Es geht da­rum, möglichst viele Menschen zu bitten: Bitte opfert eine Viertelstunde, um für ein faires Europa zu wählen.

ÖSTERREICH: Vergangene Woche hat Ihre Vertraute Laura Rudas ihr Polit-Aus angesagt.
Faymann: Ich bedanke mich für ihre Arbeit, ihre Loyalität. Sie hatte einen schwierigen Job; aber ohne engagierte Mitarbeiter wie sie wären wir nicht Nummer eins bei der Nationalratswahl geworden. Ich bin stolz darauf, dass sie sich jetzt für ein spannendes Studium entschieden hat, das ihr Freude macht, statt später einmal versäumte Chancen zu bereuen.

erstellt am 01. März 2014, 22:47

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