Strahlen-Alarm nach Störfall im AKW Temelín

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© apa

Betroffen war das Dach des zweiten Reaktorblocks.

Die Meldung sickerte am Freitagnachmittag durch: Im umstrittenen, grenznahen Atomkraftwerk von Temelín gab es einen offenbar größeren Störfall: „Wir wissen davon und sind seit zwei Tagen an der Sache dran“, so Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) auf Anfrage von ÖSTERREICH: „Noch haben unsere Ermittlungen keine erhöhte Belastung ergeben. Ich verspreche aber binnen 48 Stunden volle Aufklärung für die Bevölkerung.“

Die tschechische Seite bestätigte nach ersten Meldungen, dass es tatsächlich einen Vorfall gegeben hatte. Mit Details hielt sie sich aber zurück. Nur so viel: Laut AKW-Sprecher Marek Switak wurde beim Herunterfahren von Reaktorblock 2 erhöhte Strahlung gemessen – konkret auf dem Dach des Komplexes, der eigentlich völlig strahlungsfrei sein sollte. „Es ist ein sehr niedriger Wert über dem zulässigen Grenzwert. Trotzdem haben wir das Landesamt für Reaktorsicherheit und die österreichischen Behörden informiert.“

Schweigen. Offen ist nun, warum die österreichischen Behörden offenbar seit zwei Tagen von dem Vorfall wissen, aber bislang geschwiegen haben. Anschober: „Es besteht kein Grund zur Panik.“

Natascha Unger vom Umweltministerium betonte gegenüber ÖSTERREICH: "Die österreichischen Messstationen haben keine höhere Radioaktivität festgestellt."
 

erstellt am 03. Juli 2015, 20:54

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