Heta: Für Gläubiger ist Kärnten jetzt am Zug

Heta
© Verena Schininger

Die Gläubiger sind weiter der Ansicht, dass Kärnten seine Schulden bezahlen kann.

Die Gläubiger der Abwicklungsbank Heta fordern nach dem geplatzten Deal mit Kärnten das Bundesland zu Gesprächen auf. Für diese ist jetzt eindeutig Kärnten am Zug (siehe Bericht unten). „Kärnten ist als Schuldner am Zug, auf die Gläubiger zuzugehen“, sagte Gläubiger-Anwalt Leo Plank am Donnerstag in einem ORF-Radiointerview.

Plank vertritt eine der größten Gläubiger-Gruppen, die Ad-Hoc-Gruppe
Man habe seit Monaten Verhandlungen angeboten. Dass bis jetzt nicht verhandelt worden sei und zuletzt gar wieder die Kärntner Haftungen in Zweifel gezogen würden, sei Taktik und werde Kärnten schaden, warnen die Anleihegläubiger. Sollte ein neues Angebot kommen, dann müsse es höher sein, so der Gläubiger-Anwalt. Plank beharrt darauf, dass die Forderungen zur Gänze erfüllt werden. In seinen Augen wäre auch bis 9. Juni und darüber hinaus Zeit für Vergleichslösungen.

Schulden
Dem Schuldenschnitt der FMA sieht der Gläubiger-Anwalt gelassen entgegen, er treffe vor allem Kärnten und werde dessen Position verschlechtern: „Ein Schuldenschnitt reduziert die Haftungen Kärntens ja nicht, er macht es nur leichter, diese einzuklagen.“

Heta: Streit zwischen Land und Bund um Zuständigkeit entbrannt

Nachdem das Rückkaufangebot an die Heta-Gläubiger scheiterte, ÖSTERREICH berichtete, wird in Kürze der Schuldenschnitt durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) erwartet. Alles deutet darauf hin, dass die FMA am kommenden Sonntag ihren Bescheid über den Schuldenschnitt veröffentlichen wird.

Am Mittwoch betonte, wie berichtet, Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), dass jetzt der Bund am Zug sei, mit den Gläubigern weitere Verhandlungen zu führen. Der Bund sieht sich jedoch auch aus dem Spiel. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) betonte zuletzt, dass es kein zweites Angebot an die Gläubiger geben werde und verwies auf den behördlichen Schuldenschnitt.

erstellt am 01. April 2016, 12:34

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