Amokfahrer: So versagten die Behörden

11692545_483760615114206_79.jpg
© ORF

Im Fall der Amokfahrt von Graz geraten die Behörden ins Visier. Sie wussten um die Gefahr.

Es ist das Gesprächsthema Nummer eins im Land: Das ORF-Interview vom Montagabend mit Elena R. (22), der Ehefrau des Amokfahrers von Graz, ging allen unter die Haut. Die junge Mutter von zwei Kindern schilderte ihr jahrelanges Martyrium unter Alen R. (26), der in der Grazer City mit seinem Auto absichtlich drei Menschen tötete und 36 schwer verletzte.

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

Elena R.: „Er hat mich jeden Tag geschlagen, auch als ich schwanger war. Er hat mich eingesperrt“, sagte sie mit tränenerstickter Stimme. Kein Wunder, dass sie mit ihren Kindern am Gipfel des Martyriums ins Frauenhaus geflohen war.

Zudem besaß Alen R. ein halb automatisches Gewehr samt 900 Schuss Munition, für das er zunächst eine Genehmigung erhalten hatte. Erst als er damit bei seinem Haus herumschoss, setzte es ein behördliches Waffenverbot.

Doch Elenas die Vorwürfe richteten sich nicht nur gegen ihren Ehemann. Auch dessen Eltern, die mit dem jungen Paar unter einem Dach lebten, wurden schwer kritisiert. Vor allem der rabiate Vater. Er soll sie mit dem Tod bedroht haben, soll sie ebenfalls eingesperrt haben. Elena R.: „Die Familie ist einfach schrecklich.“

Jugendamt
Die Justiz wusste von diesem Horror. Bereits am 11. Juni hatte die junge Mutter ihre Erlebnisse zu Protokoll gegeben. Neun Tage vor der Amokfahrt. Zudem ist bekannt, dass Elena R. schon vor einem Jahr die Jugendwohlfahrt wegen ihres Mannes eingeschaltet hatte. NDoch nichts passierte. Alen R. blieb ein freier Mann.

Polizei und Jugendamt schieben sich jetzt den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Keiner will etwas gewusst haben

.

erstellt am 30. Juni 2015, 23:27

Postings 0 Kommentare ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Mehr zum Thema